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nuß freier Willkuͤhr erhielt. Bei aller Un⸗ ſchuld und Gutmuͤthigkeit, beſaß daher die Lilie von Leonharbfels ein wenig Selbſtduͤnkel und Eigenſinn, eine etwas warme und reizbare Stim⸗ mung, die vielleicht zum Theil natuͤrlich, aber gewiß durch die ungebundene Freiheit ihrer Kind⸗ heit ſehr erhoͤht worden war. Ihre Gemuͤths⸗
art wird ſich am beßten durch die Mittheilung
eines haͤuslichen Auftrittes ſchildern laſſen.
Der ſorgſame Vater war in ſeinem wohl ver⸗ ſehenen Stalle beſchaͤftigt, die nuͤtzlichen und gedul⸗ digen Thiere zu fuͤttern, deren Ertrag ihm ſeinen Lebensunterhalt gab. Der Sommerabend daͤm⸗ merte, und Johanna, die unruhig der Ankunft ih⸗ rer Schweſter entgegen ſah, fing ſchon an zu fuͤrch⸗
ten, daß Euphemia nicht heim kommen koͤnnte, ehe
ihr Vater von der Abendarbeit zuruͤck kehrte, der dann, nach ſeiner Gewohnheit, eine haͤusliche An⸗ dacht hielt, wobei, wie ſie wußte, ſeine juͤngere Tochter zu vermiſſen, ihm ſehr unangenehm ſein wuͤrde. Dieſe Beſorgniſſe fielen ihr deſto ſchwe⸗ rer auf's Herz, da Effie ſchon mehrmahl an den vorhergehenden Tagen um dieſelbe Zeit ver⸗
ſchwunden war, und ihr Ausbleiben, anfaͤnglich
von kaum bemerkter Dauer, hatte ſich allmaͤhlig


