Teil eines Werkes 
1. Theil (1822)
Entstehung
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180 brechen hielten, dem Auge und den Sinnen

ſchmeicheln zu laſſen, wurden zu einer augenblick⸗

lichen Freude uͤberraſcht, wenn ſie das holde Weſen betrachteten, wiewohl ihr Entzuͤcken bald durch einen Seufzer geſtoͤrt ward, der ihnen ihre Schwaͤche vorwarf, und es zugleich betrauerte, daß auch ein ſo ſchoͤnes Geſchoͤpf an der gemein⸗ ſamen und erblichen Schuld und Unvollkommen⸗ heit unſrer Natur Theil haben ſollte. Man nannte ſie gewoͤhnlich die Lilie von Leonhardfels; ein Nahme, den ſie ſowohl durch die ſchuldloſe Reinheit ihrer Gedanken, Ausdruͤcke und Hand⸗ lungen, als durch die ungemeine Lieblichkeit ihrer Geſtalt verdiente. 4

Es waren jedoch Zuͤge in Euphemia's Ge⸗ muͤthsart, welche nicht nur in dem gelaſſenen David Deans, der begreiflicher Weiſe uͤber jugendliche Be⸗ luſtigungen ſtrenge Anſichten hatte, Zweifel und

Unruhe erweckten, ſondern ſelbſt die nachſichtige⸗

re Schweſter zu ernſtlichen Beſorgniſſen ſtimm⸗ te. Die Kinder der untern Staͤnde in Schott⸗ land werden gewoͤhnlich durch fruͤhzeitige Nach⸗ ſicht ihrer Angehoͤrigen verzaͤrtelt, und wie, war⸗ um und in welchem Grade dieß der Fall iſt, hat die lebhafte und belehrende Erzaͤhlung der liebens⸗

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