10 ſeine Guͤte gegen ſie. Ihr eigenes Schickſal, ſagte ſie, koͤnnte nur ein trauriges ſein, aber ſie haͤtte es ſich ſelber bereitet, und verlangte daher um ſo weniger Mitleid. Ihre Freunde aber wuͤnſchte ſie durch die Verſicherung zu beruhigen, daß ſie nicht auf einen ſchlechten Weg gegangen waͤre; daß diejenigen, die ihr das ſchwerſte Un⸗ recht zugefuͤgt haͤtten, jetzt bereit waͤren, ihr ſo viel Gerechtigkeit zu erweiſen, als ſie koͤnnten,
und daß es ihr in mancher Hinſicht weit beſſer
ergehen wuͤrde, als ſie verdiente. Sie wuͤnſchte jedoch, daß ihre Angehoͤrigen mit dieſer Verſicher⸗ ung ſich begnuͤgen, und ſich nicht bemuͤhen moͤchten, weitre Erkundigungen nach ihr einzu⸗ ziehen.
David Deans und Butler ſchoͤpften wenig Beruhigung aus dieſem Briefe. Was ließ ſich von der Verbindung des ungluͤcklichen Maͤdchens mit dem beruͤchtigten Robertſon, auf welchen ſie in dem Schluſſe ihres Briefes offenbar an⸗ ſpielte, anders erwarten, als daß ſie die Theil⸗ nehmerinn, und das Opfer ſeiner kuͤnftigen Ver⸗ gehungen ſein wuͤrde? Johanna, die Georg Staunton's Charakter und ſeinen Rang kannte, betrachtete Euphemia's Lage in dem Lichte einer


