Teil eines Werkes 
6. Theil (1824)
Entstehung
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ihr geweſen waͤre, ſich ihre Suͤnden vorwerfen zu hoͤren. Waͤre Johanna zu Hauſe geweſen, ſetzte ſie hinzu, ſo wuͤrde es wohl beſſer gegan⸗ gen ſein, denn Johanna waͤre wie die Engel im Himmel, die eher uͤber Suͤnder weinen, als ihre Vergehungen ihnen anrechnen. Aber nie wuͤrde ſie Johanna wiederſehen, und dieſer Gedanke machte ihr einen ſchmerzlichern Kummer, als alles, was geſchehen waͤre. Auf ihren Knieen wollte ſie fuͤr Johanna beten, Tag und Nacht, fuͤr alles, was ihre Schweſter fuͤr ſie gethan, und was ſie zu thun verſchmaͤhet haͤtte; denn was fuͤr ein Gedanke wuͤrde es fuͤr ſie ſein, wenn dieſes aufrichtige Maͤdchen zu einem Fehler waͤre verleitet worden, um ſie zu retten. Sie wuͤnſch⸗ te, daß ihr Vater ſeine ganze Habe ihrer Schwe⸗ ſter geben moͤchte, ſelbſt das Erbe der Stiefmut⸗ ter. Sie haͤtte, ſagte ſie, ihrem Rechte durch eine Urkunde entſagt, die ſich in Novitt's Haͤn⸗ den befaͤnde. Weltliche Guͤter wuͤrden fortan ihr am Wenigſten Sorge machen, und ſchwer⸗ lich viel uͤber ſie vermoͤgen. Sie hoffte, dadurch die Verſorgung ihrer Schweſter zu erleichtern, und gleich nach dieſer Aeußerung ſetzte ſie hinzu, ſie wuͤnſchte Butler alles Gute zum Lohne fuͤr