Teil eines Werkes 
6. Theil (1824)
Entstehung
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Dieß wurde vollkommen klar durch einen Brief, den Butler bald nachher mit der Poſt erhielt, und der mit den Buchſtaben E. D. un⸗ terzeichnet war, aber weder Ort noch Zeit an⸗ gab. Er war erbaͤrmlich geſchrieben, da die Seekrankheit wahrſcheinlich dazu beigetragen hat⸗ te, Euphemia's unregelmaͤßige Schreibeweiſe und Ausdruckart noch mehr zu verwirren. Auch in dieſem Briefe aber war, wie in allem, was das ungluͤckliche Mädchen ſagte, oder that, eben ſo viel zu loben als zu tadeln. Sie ſagte in ihrem Briefe, ſie koͤnnte es nicht ertragen, daß ihr Vater und ihre Schweſter in die Verbannung gehen, oder an ihrer Schande Theil nehmen ſollten; ihre Buͤrde waͤre zwar ſchwer, aber ſie ſelber haͤtte ſie ſich aufgebunden und muͤßte ſie allein tragen; ihre Angehoͤrigen koͤnnten in Zu⸗ kunft ihr keinen Troſt mehr geben, ſo wenig als ſie ihnen, da jeder Blick und jedes Wort ihres Vaters ſie an ihren Fehltritt erinnerte und ſie dem Wahnſinne nahe braͤchte; ſie haͤtte in den drei Tagen, wo ſie in Leonhardfels geweſen, beinahe ihre Beſinnung verloren; ihr Vater haͤtte es zwar gut mit ihr gemeint, wie jedermann, aber er haͤtte es nicht gewußt, wie ſchmerzlich es

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