1⁰⁸ 4 Jedburgh war, nach der Zerſtoͤrung der Burs und Stadt Rorburgh, die erſte Stadt der Grafſchaft. Sie war mit
ſtarken Mauern umgeben und war von einer Klaſſe von Buͤr⸗ gern bewohnt, welche die Naͤhe der engliſchen Graͤnze mit
dem Kriege vertraut machte. Die Stadt lag auch in der Naä he jener Gebirge, auf welchen die ſchottiſchen Graͤnzſtaͤmme ihren Aufenthalt hatten.
Der Graf von Surrey(der Sohn deſſen, der die Schot⸗ ten bei Flodden beſiegt hatte, und jetzt Herzog von Norfolk war), ruͤckte, im September 1521, mit einem ungefaͤhr zehn⸗ tauſend Mann ſtarken Heere von Berwick nach Jedburgh. Die Graͤnzhaͤuptlinge an der ſchottiſchen Graͤnze konnten die⸗ ſem regulirten Heere bloß ungefaͤhr 1500 oder 1900 ihrer An⸗ haͤnger gegenuͤberſtellen; allein ſie waren ſo tapfere Krieger
und ſo kampfluſtig, daß der wackere engliſche General, der
nicht nur zu Hauſe ſondern auch in fremden Laͤndern gedient hatte, erklaͤrte, er habe ihresgleichen nirgends getroffen. „Koͤnnten 40,000 Mann ſolcher Leute zuſammengebracht wer⸗ den,“ ſagte Surrey,„ſo wuͤrde es ein furchtbares Unterneh⸗ men ſeynn, ihnen Widerſtand 4 leiſten.“ Allein die Ueber⸗ legenheit der Zahl ſiegte, und die Englaͤnder nahmen den Platz mit Sturm. Es waren ſechs ſtarke Thuͤrme in der Stadt, die ihre Vertheidigung fo tſetzten, nachdem die Mau⸗ ern überſtiegen waren. Sie waren die Wohnungen von Per⸗ ſonen von Stand, wohlbefeſtigt und eines ſtarken Widerſtan⸗ des faͤhig. Die Abtei wurde ehenfalls von den Schotten be⸗ ſetzt, und hoͤchſt ſtandhaft vertheidigt. Die Schlacht dauerte bis ſpaͤt in die Nacht, und die Englaͤnder wußten den Sieg nicht anders, als dadurch vollkommen zu machen, daß ſie die
Stadt in Brand ſteckten, und ſelbſt in dieſer Noth ſetzten
die, welche die Thuͤrme und die Abtei beſetzt hielten, ihren
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