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Widerſtand fort. Den naͤchſten Tag wurde Lord Dacre ab⸗ geſchickt, um das Schloß Fairnyherſt, ungefaͤhr drei Meilen von Jedburgh gelegen, die Lehnsfeſte des Andreas Ker, eines fruͤher ſchon erwaͤhnten Graͤnzanfuͤhrers, anzugreifen. Es wurde genommen, allein mit großem Verluſte von Seiten der Belagerer. Am Abend lagerte ſich Lord Dacre, Surrey⸗s Befehlen zuwider, mit ſeinen Reitern auſſerhalb der Graͤn⸗ zen des Lagers, das der letztere gewaͤhlt hatte. Um acht Uhr Nachts, als die engliſchen Anfuͤhrer ihre Abendmahlzeit hiel⸗ ten, und glaubten, aller Widerſtand ſey voruͤber, wurden Dacre's Quartiere angegriffen und alle ſeine Pferde losgelaſ⸗ ſen. Die erſchrockenen Thiere, gegen 1500 an Zahl, rannten nach Surrey's Lager, wo ſie mit einem Hagel von Pfeilen und mit Musketenſalven empfangen wurden; denn die eng⸗ liſchen Soldaten, erſchrocken üͤber den Laͤrm, glaubten, die Schotten ſtuͤrmen ihre Verſchanzungen. Viele von den Pfer⸗ den rannten nach Jedburgh, das noch in Flammen ſtand, und wurden von den ſchottiſchen Weibern, die ſich gleich ih⸗ ren Maͤnnern auf die Leitung der Pferde verſtanden, ergrif⸗ fen und weggefuͤhrt. Der Tumult war ſo groß, daß die Eng⸗ laͤnder ihn einer uͤbernatuͤrlichen Einmiſchung beiſchrieben, und Surrey behauptete, man habe den Deufel waͤhrend der Ver⸗ wirrung ſechsmal in leibhafter Geſtalt geſehen. So groß war die Leichtglaͤubigkeit der Zeiten; allein die ganze Erzaͤhlung kann dir einen Begriff von der hartnaͤckigen Vertheidigung der Schotten, und den Graͤueln eines Graͤnzeinfalls(Border Toray) geben.
Die Schotten ihrerſeits ſiegten in verſchiedenen hartnaͤcki⸗ gen Gefechten, in deren einem der Baſtard Heron, der ſo viel zu Surrey's Sieg bei Flooden beigetragen hatte, erſchla⸗ gen wurde..


