107 zu uͤbernehmen. Er wurde zu dieſem Schritte, wie es ſcheint,
von dem Koͤnige von Frankreich aufgemuntert, der ſeinen Ein⸗
fluß in die ſchottiſchen Rathsverſammlungen wieder zu erlan⸗ gen wuͤnſchte, und Angus mit Recht als einen Freund Eng⸗ lands betrachtete. Da es dem Regenten gelang, die Zuͤgel der Regierung wieder an ſich zu reiſſen, ſo war Angus ſeiner⸗ ſeits gens Ithigt, ſich nach Frankreich zuruͤckzuziehen, wo er ſei⸗ ne Zeit ſo gut zubrachte, daß er mit weit mehr Klugheit und Erſahrung, als man ihm oor ſeiner Verbannung beigelegt hatte, zurückkehrte. Albanien dagegen zeigte ſich weder kluͤger noch gluͤcklicher, als waͤhrend ſeiner erſten Regierung. Er drohte viel und that wenig. Er brach den Frieden mit Eng⸗ land, und fiel mit einem großen Heere in dieſes Land ein, dann ſchloß er einen entehrenden Waffenſtillſtand mit Lord Dacre, der an der engliſchen Graͤnze befehligte, und zog ſich ohne Schwertſchlag zurück, oder wenigſtens ohne erwas zur Rechtfertigung der Prahlereien, die er ſich erlaubt hatte, ge⸗ than zu haben. Dieſes elende und zaghafte Benehmen erregte die Verachtung der ſchottiſchen Nation, und der Herzog ſah ſich genoͤthigt, ſich noch einmal nach Frankreich zuruͤckzuziehen um von der Regierung dieſes Landes Geld und Streitkraͤfte zu erhalten, damit er ſich in der Regentſchaft behaupten konn⸗ te, die er mehr zum Beſten dieſes Landes, als Schottlands zu verwalten ſchien.
Die Englaͤnder ſetzten inzwiſchen den Krieg, deſſen Flam⸗ me Albanien wieder angefacht hatte, durch verheerende und gefaͤhrliche Einfaͤlle an den ſchottiſchen Graͤnzen fort, und um dir zu zeigen, wie dieſe ſchreckliche Art des Kriegfuͤhrens vor ſich ging, will ich dir einige Nachrichten uͤber die Erſtuͤr⸗ mung von Jedburgh, die in jener Zeit ſtatt hatte, mig theilen.
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