Teil eines Werkes 
97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Schottlands, an das er bloß durch erbliche Abkunft geknuͤpft war, vorgezogen zu haben. Er war ein ſchwacher und lei⸗ denſchaftlicher Mann, der zu bedachtlos Meinungen annahm⸗ und ſich zu leicht von ſeinen Entſchluͤſſen wieder abbringen ließ. Seinen Muth kann man mit Recht bezweifeln, und wenn er nicht ein voͤlliger Narr war, ſo war er doch ſicher⸗ lich nicht der weiſe Mann, den Schottland zu ſeinem Re⸗ genten bedurfte. Er brachte jedoch eine bedeutende Geldſum⸗ me aus Frankreich mit ſich, und da ſein Benehmen gefaͤllig, ſeine Geburt hoch, und ſeine Anſpruͤche groß waren, ſo trug er leicht den Sieg uͤber die Koͤnigin Margarethe, ihren Ge⸗ mahl, den Grafen von Angus, und andere Lords, die ihr hold waren, davon.

Nach großen innern Unruhen ſah die Koͤnigin Margare⸗ the ſich genoͤthigt, aus Schottland zu entweichen, und eine Zufluchtsſtaͤtte am Hofe ihres Bruders zu ſuchen, wo ſie eine Tochter, Lady Margarethe Douglas, von der du ſpaͤter ein Weiteres hoͤren wirſt, gebar. Inzwiſchen wurde ihre Partei in Schottland noch mehr geſchwaͤcht. Lord Home war einer ihrer waͤrmſten Vertheidiger; er war derſelbe Edelmann, der den linken Flugel in der Schlacht bei Flodden befehligte und an dieſem Tage ſiegte, ſich aber dadurch, daß er den andern Abtheilungen des ſchottiſchen Heers nicht zu Huͤlfe kam, ver⸗ daͤchtig machte. Er und ſeine Bruͤder wurden nach Edin⸗ burgh gelockt, daſelbſt ergriffen, vor Gericht geſtellt, und auf unbekannte Anklagen hin enthauptet. Allein dieſe Strenge war ſo weit entfernt, Albaniens Macht zu verſtaͤrken, daß ſie

bloß Schrecken und Haß erregte; und ſeine Lage wurde ſo

ſchwierig, daß er ſeinen Freunden im Geheimen nichts als Verzweißung ausdrückte und wünſchte, er moͤchte ſeine Beine gehrochen haben, als er zuerſt ſeiner gemaͤchlichen und ruhi⸗