95
Perſon zu gut, als daß ein Mißyerſtaͤndniß haͤtte daraus ent⸗
ſtehen koͤnnen. Der Leichnam wurde auch von zweien Günſt⸗ lingen Jakobs, von Sir Wilhelm Scott und Sir Joyann Forman erkannt, denn ſie vergoſſen bei deſſen Anblick viele Thraͤnen. 1 Das Schickſal ſeiner irdiſchen Huͤlle war ſonderbar und entehrend; ſie wurde nicht begraben, weil der Pabſt, welcher damals mit England gegen Frankreich alliirt geweſen, den Kirchenbann uͤber Jakob ausgeſprochen hatte, deßhalb durfte es kein Prieſter wagen, den Segen über dieſe Leiche zu ſpre⸗ chen; daher wurde Jakobs Leichnam nur einbalſamirt und in das Kloſter Sheen in Surrey geſchickt. Dort blieb er bis zur Reformation liegen, in welcher das Kloſter dem Herzog von Suffolk zuſtel; dann wurde aber der in Bley gewickelte Leichnam, gleich einem nutzloſen Hausgeraͤthe herumgewor⸗ fen. Der Geſchichtſchrniber Stowe ſah ihn in einer großen Kammer unter allerley alten Geraͤthſchaften liegen. Einige Handwerksleute, ſagt der naͤmliche Schriftſteller, haben Spaſſes halber den Kopf Jakobs abgehauen und ein gewiſſer Lancelot Young, Glaſermeiſter der Königin Eliſabeth habe ihn des guten Geruches wegen(der wahrſcheinlich von den beim Einbalſamiren verwendeten Kraͤutern und Gewuͤrzen herruͤhrte) mit nach Hauſe genommen und einige Zeit aufbe⸗ wahrt, am Ende aber dem Dodtengraͤber der St., Michaelis⸗ Kirche gegeben, mit dem Auftrag, er ſolle den Kopf im Beinerhaus niederlegen.
So endigte dieſer einſt ſo große und maͤchtige Koͤnig. Die ungluͤckliche Schlacht bei Flodden, die ihn das Leben koſtete und in welcher ſeine Armee vernichtet wurde, darf mit allem Recht als eines der traurigſten Ereigniſſe in der ſchot⸗ tiſchen Geſchichte betrachtet werden.
„


