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97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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ſchottiſchen Armee das blutige Schlachtfeld, auf welchem ſie ihren Koͤnig und ihre auserleſenſten Edelleute verloren hatten.

Dieſen großen und entſcheidenden Sieg half der Graf von Surrey erringen und zwar am 9. September 1515. Die Steger verloren ungefaͤhr 5000 Mann, die Schotten wenig⸗ ſtens zweimal ſo viel; allein der Verlnſt beſteht nicht ſo ſehr in der Anzahl der Gebliebenen als im Werthe derſelben: die Englaͤnder verloren wenig Maͤnner von Auszeichnung; die Schotten dagegen ihren Koͤnig, zwei Biſchoͤfe, zwei Aebte, zwei Grafen, dreizehn Lords und fuͤnf aͤlteſte Soͤhne von Pairs. Die Geſammtzahl ihrer Gebliebenen iſt auſſerordent⸗ lich groß; es gibt kaum eine in der ſchottiſchen Geſchichte er⸗ waͤhnte Familie, welche nicht einen Verwandten dort verlor.

Die Schotten laͤugneten zum Theil die Thatſache, daß Jakob W. auf dem Schlachtfelde geblieben ſey. Einige be⸗ haupteten, er habe dem Chrone entſagt und eine Wallfahrt nach Jeruſalem gemacht; andere gaben an, daß am Abend der erwaͤhnten Schlacht, kurz vor ihrem Ausgang, vier ſchlanke Reiter auf dem Schlachtfelde erſchienen ſeyen, von denen jeder eine Strohwispel an der Lanze, als Erkennungs⸗ zeichen unter ſich, getragen habe. Dieſe Maͤnner ſollen den Koͤnig auf ein ſchwarzbraunes Pferd geſetzt und bei Einbruch der Nacht den Sweedfluß mit ihm paſſirt haben; aber Nie⸗ mand wollte wiſſen, was ſie mit ihm anfingen, ſondern man vermuthete, daß er im Schloß Home ermordet worden ſey. Ich fuͤr meine Perſon erinnre mich, wie ich vor ungefaͤhr vierzig Jahren noch gehoͤrt, daß einer Sage zufolge bei Rei⸗ nigung des Ziehbrunnens jener zerfallenen Burg ein mit ei⸗ nem eiſernen Guͤrtel umgebenes Skelet gefunden worden das in eine Ochſenhaut eingewickelt geweſen ſey; üͤbrigens meſſe ich der ganzen Sage keinen Glauben bei; denn ſelbſt einige