88
dieſe Elnwendung verſetzte Jakob ganz hoͤhniſch:„Angus, wenn Ihr Euch fuͤrchtet, ſo koͤnnt Ihr nach Hauſe gehen.“ Eine ſolche Beleidigung veranlaßte den Grafen noch in ſel⸗ biger Nacht das Lager zu verlaſſen; aber ſeine beiden Soͤhne blieben und fielen in der hierauf erfolgten ungluͤcklichen Schlacht nebſt 200 Mann, die den Namen Douglas fuͤhr⸗ ten.—
Der Graf von Surrey war unterdeſſen bis Wooler vor⸗ geruͤckt, wodurch die beiden Armeen nur noch vier bis fuͤnf Meilen von einander entfernt waren. Der engliſche Feld⸗ herr forſchte aͤngſtlich nach einem, mit der Gegend gut be⸗ kannten Fuͤhrer; dieſe iſt naͤmlich von mehreren breiten Baͤ⸗ chen durchſchnitten und zum Cheil gebirgig. Da ritt auf einmal ein gut berittener und vollkommen bewaffneter Mann auf den Grafen zu, ſtieg ab, kniete nieder und bot ſich ihm zum Fübrer an, falls er fur ein begangenes Unrecht, deſſen er ſich ſchuldig gemacht Verzeihung erhalten koͤnne. Der Graf verſprach ihm völlige Verzeihung, wofern er nicht Hoch⸗ verrath gegen den Koͤnig von England begangen oder perſoͤn⸗ lich irgend eine Lady gemartert habe— Verbrechen welche Surrey nie zu verzeihen erklaͤrte.„Gott bewahre mich,“ ſag⸗ te der Ritter,„vor ſolchen ſchaͤndlichen Verbrechen; ich half nur einen Schotten umbringen, welcher unſere Grenzer zu ſtreng behandelte, und die Englaͤnder oft druͤckte.“ Indem eer ſo ſprach zog er ſein Viſir auf, welches bis daher ſein Ge⸗ ſicht verborgen hatte, und ſiehe da, es war der Baſtard He⸗ ron, der an der Ermordung des Sir Robert Ker Theil ge⸗ nommen, vie ich ſchon oben erwaͤhnte. Seine Erſcheinung ſchien dem Grafen von Surrey ſehr willkommen zu ſeyn, denn er verzieh ihm das begangene Verbrechen auf der Stelle, weil er wußte, daß Heron alle Wege und Stege an den oͤſ⸗


