Teil eines Werkes 
97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Fürſtin, ſchmeich elte Jakobs Geſchmack den er an der Galan⸗ terie gegen die Damen finde und nannte ſich ſelbſt ſeine Ge⸗ bieterin und Geliebte; ſie bot Allem auf um ihn zu bewegen, daß er um ihrentwillen drei Meilen weit auf engliſchem Grund und Boden vorruͤcke; ſie ſchickte ihm zugleich einen Ring, den ſie bis daher ſelbſt getragen hatte. Ihre Lütlitie hatte einen ſo maͤchtigen Einfluß auf Jakob, daß er ſich ein⸗ bildete, er muͤſſe ehrenhalber rhren Derlangen entſprechen. Dieſer ſchwaͤrmeriſche Begriff von Ritterpuͤrde war ſein Un⸗ tergang und beinahe auch der des§ Koͤn igreichs.

Im Monat Juni oder Juli 1513 ſegelte Heinrich VIII. mit einem nicht unbetraͤchtlichen Corps nach Frankreich und belagerte Tervuenne. Nun unternahin Jakob IV. etwas Ent⸗ ſcheidendes; er ſchickte ſeinen erſten Herold in das La ager des Koͤnigs Heinrich vor Terouenne, ließ ihn in uͤbermuͤthigen Ausdruͤcken auffordern von ſeinem Angriff auf Jakobs Alliir⸗ ten, den Koͤnig von Frankreich, abzuſtehen, und machte ihm Jugleich Vorwuͤrfe uͤber den Sod Barton's, die Frechheit des Baſtarden Heron, und uͤder alle die Gegenſtaͤnde, welche ſeit dem Tode Heinrichs VII. zu Streitigkeiten Anlaß gegeben hatten. Heinrich VIII. beantwortete dieſen Brief, den er als eine Kriegserklaͤrung betrachtete, mit derſelben Bitterkeit und beſchuldigte den Koͤnig von Schottland eines Meineides, weil er den Frieden breche, welchen er durch einen feierlichen Eid zu halten gelobt habe; die Aufforderung des ſchottiſchen Koͤ⸗ nigs wies er mit Verachtung zuruͤck. Er ſagte, der Koͤnig von Schottland ſeye nicht maͤchtig genug, dem Streit zwi⸗ ſchen England und Frankreich ein Ende zu machen. Der ſchottiſche Herold kehrte mit dieſer Botſchaft zuruͤck, traf aber ſeinen Herrn nicht mehr lebend an.

Jakob hatte die Ruͤckkunft ſeines Heroldes nicht abgewar⸗