Teil eines Werkes 
97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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wurde dem Koͤnig Jakob ausgeliefert und ſtarb im Gefaͤng⸗ niß; Starhed rettete ſich eine Zeit lang, indem er in die in⸗ neren Provinzen Englands floh; der Baſtard Heron verbrei⸗ tete das Geruͤcht, daß er an einer Seuche geſtorben ſeye, und ließ ſich ſo lange in einen Sarg verbergen, bis die nach ihm ausgeſchickten Soldaten die Gegend wieder verlaſſen hatten, dann hielt er ſich an den Graͤnzen auf und erwartete den Ausbruch irgend eines Streites zwiſchen den zwei Koͤnigrei⸗ chen. Heinrich VII. war daran gelegen dem Jakob Genug⸗ thuung zu verſchaffen, verhaftete deßhalb des Baſtarden Bru⸗ der und lieferte Heron von Ford ſtatt des Baſtarden aus. Als aber Heinrich VIII. und Jakob ſpaͤterhin uneinig wurden, ſo zeigten ſich der Baſtard Heron und Starhed wieder oͤffent⸗ lich. Starhed wurde bald aus dem Wege geſchafft, denn Sir Andreas, gewoͤhnlich Dand Ker genannt, der Sohn des ermordeten Sir Robert ſchickte zwei ſeiner Untergebenen aus, um ſich an den engliſchen Graͤnzern zu raͤchen. Sie uͤberfie⸗ len und ermordeten ihn und brachten ſein Haupt ihrem Herrn, welcher es in Edinburgh oͤffentlich zur Schau ausſtellte, und ſich uͤber die genommene Rache hoch erfreute. Der Baſtard Heron jedoch ſtreifte fortwaͤhrend an den Graͤnzen herum, worauf Jakob IV. wegen dieſes Verbrechens Heinrich VIlI. oͤffentlich anklagte, obgleich er eigentlich gerechterweiſe fuͤr den Verbrecher gar nicht verantwortlich war.

Waͤhrend Jakob mit ſeinem Schwager in ſchlechtem Ver⸗ nehmen ſtand, ließ Frankreich kein Mittel unverſucht, um Schottland auf ſeine Seite zu bringen. Große Summen

wurden an diejenigen Hoͤflinge Jakobs verſchwendet, von wel⸗

chen man glaubte, ſie werden am meiſten Einfluß auf ihn haben. Die Koͤnigin von Frankreich, eine junge und ſchoͤne W. Scott's Werke, XCVII. 6