Ballade aus der damaligen Zeit Glauben beimeſſen wollen, ſo hatte er an ſeinem Schiffe eine beſondere Vorkehrung ge⸗ troffen, vermoͤge welcher ſchwere Laſten oder Balken an ſei⸗ nen Segelſtangen aufgehaͤngt waren, die er bei Annaͤherung des Feindes von der Seite her, auf deſſen Schiffe herabſchleu⸗ dern konnte; um jedoch von dieſer Erfindung Gebrauch ma⸗ chen zu koͤnnen, mußte nothwendigerweiſe vorher ein Mann den Hauptmaſt erklettern. Da die Englaͤnder durch dieſes Mandͤver ſchlimmen Folgen ausgeſezt zu ſeyn glaubten, ſo beauftragte Howard ſeinen beſten Bogenſchuͤtzen, einen gewiſ⸗ ſen Huſtler aus Yorkſhire, ein genaues Augenmerk auf denje⸗ nigen von Barton's Leuten zu haben, welcher den Hauptmaſt beſteigen wolle, und dieſen ſolle er wo moͤglich herabſchießen. Auf dieſe Art verloren zwei Matroſen hintereinander das Le⸗ ben, dann beſtieg Andreas Barton, im Vertrauen auf ſeine ſtarke Waſſenruͤſtung, ſelbſt den Maſt. Lord Thomas rief dem Bogenſchuͤtzen zu: wenn ihm ſein Leben lieb ſei, ſo ſoll er diesmal gut treffen.„Laßt mich nur erſt zwei Pfeile ab⸗ ſchießen,“ ſagte Huſtler. Der erſte, den er abſchoß, prallte an Barton's Waffenruͤſtung ab, ohne ihn zu verletzen; nach⸗ dem aber der ſchottiſche Seemann ſeine Arme empor hob, um hoͤher hinauf zu klettern, ſchoß ihn der Bogenſchuͤtze in die rechte Armhoͤhle und brachte ihm eine toͤdtliche Wunde bei. Barton ſtieg hierauf vom Maſte herab und rief ſeinen Leuten zu:„Haltet Euch tapfor, meine Lieben, ich bin unbedeutend verwundet, ich werde nur ein wenig ausruhen und dann aufs neue fortkaͤmpfen; inzwiſchen haltet aus beim St. An⸗ dreas Kreuz;“ damit meinte er die ſchottiſche Flagge, und waͤhrend er ſeine Leute mit ſeiner Pfeife aufmunterte, verſchied er. Endlich enterten die Howard's die ſchottiſchen Schiffe und fanden den kuͤhnen Seekapitaͤn todt da liegen; hierauf
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97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
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