78 Schadloshaltung verſtehen wollte, ſo ertheilte Jakob der Fa⸗ milie Barton einen Caperbrief gegen die Portugieſen, d. h. eine Vollmacht ſo viele portugieſiſche Schiffe, die ihnen be⸗ gegnen wuͤrden zu nehmen, bis ſie hinreichenden Erſatz fuͤr ihren erlittenen Verluſt erhalten haͤtten. Es gab drei Bruͤder Barton, alle drei verwegene Maͤnner, beſonders Andreas, der aͤlteſte. Er hatte zwei ſtarke Schiffe, wovon das eine den Namen Loͤwe, das andere Hannchen Pirwen fuͤhr⸗ te; mit dieſen kreuzte er im den britiſchen Kanal und hielt nicht nur portugieſiſche, ſondern auch engliſche Schiffe an, weil die Englaͤnder damals mit den Portugieſen alliirt wa⸗ ten. Auf die dem Koͤnig Heinrich vorgetragenen Klagen hin ruͤſtete er zwei Schiſſe aus, bemannte ſie mit auserleſenen Leuten und ſtellte ſie unter die Befehle des Lord Thomas Ho⸗ ward und des Sir Eduard Howard, beide Soͤhne des Gra⸗ fen von Surrey. Sie ſtießen in den Downs auf Barton's Schiffe, wohin ſie der Schiffskapitaͤn eines Kauffahrers fuͤhr⸗ te, den Barton den Dag zuvor ausgeplündert hatte. Bei der Annaͤherung des Feindes verbargen die Bruͤder ſorgfaͤltig jede Auszeichnung eines Kriegsſchiffes und zogen ſogar eine Wei⸗ denruthe, das Zeichen eines Handelsſchiffes an ihrem Maſte auf. Als aber die Schotten jene einholen wollten, zogen die Englaͤnder ihre Flaggen und Faͤhnchen auf und gaben ihren Feinden eine volle Lage. Barton ſchloß daraus, daß er es mit engliſchen Kriegsſchiffen zu thun habe, verlor jedoch die Faſſung nicht und ſetzte ſich kühn zur Gegenwehr; er zeichnete ſich durch ſeine reiche Kleidung und glaͤnzende Waffen aus, er trug auch eine goldene Kette um den Hals, an welcher ei⸗ ne goldene Pfeife hing. Das Gefecht wurde ſehr hitzig und waͤhrend deſſelben hielt ſich Barton meiſtens auf dem Verdeck auf und ſprach ſeinen Leuten Muth zu. Wenn wir einer
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97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
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