. 5 77 chen ſich im Demperament zu ſehr, als daß man haͤtte hoffen durfen, ſie werden lange gute Freunde bleiben.
Die kriegeriſche Stimmung Heinrichs verleitete ihn vor⸗ zugsweiſe zu einer Unternehmung gegen Frankreich, und der Koͤnig von Frankreich ſeinerſeits wuͤnſchte ſehr das alte Buͤnd⸗ niß mit Schottland wieder herzuſtellen, damit Heinrich aus Furcht vor einem Ueberfall der Schotten ſeinen beabſichtigten Angriff auf Frankreich unterlaſſen ſolle. Er wußte, daß der
Glanz von Koͤnig Jacobs Hof die von deſſen Vater hinter⸗ laſſene Schaͤtze erſchoͤpft hatte und dachte, der beſte Weg ihn zu gewinnen werde der ſeyn, wenn er ihm bedeutende Sum⸗ men anbiete, die er doch von nirgends her beziehen koͤnne; eben ſo verſchwendete er Gold an die Rathgeber und Guͤnſt⸗ linge des ſchottiſchen Koͤnigs. Dieſe Freigebigkeit bildete mit dem ganz entgegengeſetzten Benehmen des Koͤnigs von Eng⸗ land einen großen Contraſt; denn der wollte nicht einmal ein Legat ausbezahlen, welches ſeiner Schweſter der Koͤnigin von ſeinem Vater vermacht worden war.
Viele andere Umſtaͤnde verſchiedener Art ſchienen Unan⸗ nehmlichkeiten zwiſchen England und Schortland herbeizufuͤh⸗ ren. Jakob wuͤnſchte ſehnlichſt die Seemacht und den Handel des Koͤnigreichs zu vermehren; da Schortland ausgedehnte Seekuͤſten und zahlreiche Haͤfen hat, ſo iſt ſein Handel noch bis auf dieſe Zeit betraͤchtlich. Die koͤnigliche Florte ſoll oh⸗ ne das der große Michael genannte Schiff, die groͤßte in der Welt geweſen ſeyn, obgleich ſie nur ſechszehn Kriegs⸗ ſchiffe ſark geweſen ſey. Jakob widmete deßhalb allen See⸗
angelegenheiten beſondere Aufmerkfamkeit.
Ungefaͤhr im Jahr 1476 wurde ein gewißer Johann Bar⸗ ton, ein ſchottiſcher Seemann, von den Portugieſen gefangen genommen. Da der Koͤnig von Portugal ſich durchaus zu keiner


