Teil eines Werkes 
97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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74 Meilen von Edinburgh, entgegen. Er war ſehr ſchoͤn geklei⸗ det, er trug eine hochrothe mit breiten Goldtreſſen beſetzte Sammtiacke; an ſeiner rechten Seite hing ein Federſpiel her⸗ ab(ein te). Er zeichnete ſich durch Staͤrke und Gewandtheit aus; beim Reiten ſetzte er die Fuͤße nie in die Steigbuͤgel und ge⸗ woͤhnlich ritt er nur geſtreckten Galopp. Als er mit ſeiner Braut den Einzug in Edinburgh hielt, wollte er mit ihr daſ⸗ ſelbe Pferd beſteigen und zwar ſollte ſie hinter ihm ſitzen; deßhalb machte er vorher mit einem Edelmann den Verſuch, ob ſein Pferd zwei Perſonen trage; da aber das feurige Roß nicht gebaͤndigt werden konnte, ſo zog der Koͤnig vor auf ihrem Pferde zu reiten und ſo ritten ſie miteinander in fei⸗ erlichem Zuge durch die Stadt Edinburgh, auf dieſelbe Art, wie man noch heut zu Tage die Landleute mit ihren Wei⸗ bern in die Stadt reiten ſieht, wenn ſie die Kirche beſuchen wollen. Das königliche Paar wurde durch mehrere im Ge⸗ ſchmack des damaligen Zeitalters angeordnete Aufzuͤge empfan⸗ gen. Unter andern ritten ſie an einem Zelt vorbei, aus wel⸗ chem ein gaͤnzlich bewaffneter Ritter trat, deſſen Hifthorn ei⸗ ne Dame trug; da ſprengte ploͤtzlich ein anderer Ritter her⸗ bei und entfuͤhrte die Lady; dann verfolgte ihn der erſte und forderte ihn zum Kampfe auf; hierauf kaͤmpften ſie zu Be⸗ luſtigung des koͤniglichen Paars ſo lange, bis der eine dem andern das Schwert aus der Hand ſchlug. Bei dergleichen Vorſtellungen war alles Scherz mit Ausnahme der Streiche, welche ſich die Betreffenden beibrachten, denn dieſe fielen vft ſehr derb aus. Es wurden viele militaͤriſche Schauſpiele ge⸗ geben und beſonders auch Turniere gehalten; dabei ging es uͤbrigens ernſthafter zu. Jacob der wilde Ritter wohnte auch einem der Turniere bei; er brachte einige Anfuͤhrer der

Werkzeug deſſen man ſich auf der Falkenjagd bedien⸗—