33 Volk wurde wegen ſeiner innigen Verbindung mit den Eng⸗ laͤndern mißtrauiſch gegen ihn und ſchoͤpfte gerechten Verdacht, daß der Herzog noch immer die Abſicht habe ſich durch Huͤl⸗ fe Richards III., Kuͤnigs von England, auf den ſchottiſchen
Thron zu ſchwingen. Daher kam es, daß der Herzog aufs
neue nach England floh, woſelbſt er dann einige Zeit blieb, und in der engliſchen Armee gegen ſeine Landsleute diente. Er hatte im Jahre 1483 das Scharmuͤtzel mitgemacht, in welchem der alte Graf von Douglas gefangen genommen wur⸗ de und nur durch die Eilfertigkeit ſeines Pferdes wieder ent⸗ kam. Albany verließ England endlich, zog ſich nach Frank⸗ reich zuruͤck und heirathete dort die Tochter des Grafen von Boulogne; mit dieſer zeugte er einen Sohn, Johann, wel⸗ cher ſpaͤterhin, zur Zeit Jacobs V. Regent von Schottland wurde. Albany wurde in einem Turniere, von denen ich dir ſchon fruͤher eine Beſchreibung gemacht, durch einen Lanzen⸗ ſolitter ſo gefaͤhrlich verwundet, daß er daran ſtarb. Der Wankelmuth, vermöge deſſen er ſich bald auf die eine, bald auf die andere Seite ſchlug, vereitelte die hohe Meinung die man in ſeiner Jugend von ihm gefaßt hatte.
Nachdem der Koͤnig nicht mehr von ſeinem Bruder ge⸗ leitet worden, verßeel er nach und nach wieder in ſeine alte Lebensart, die ihn ſchon einmal ſo theuer zu ſtehen kam. Damit aber nicht aufs neue ein Angriff auf ſeine Perſon ge⸗ macht werden koͤnne, verordnete er, daß auſſer der Wache vor dem Koͤnig niemand erſcheinen duͤrfe; ſeine Leibgarde ſtellte er unter die Befehle des naͤmlichen Johann Ramſay
von Balmain, welcher nach dem Aufſtand von Lauder ſeiner
Jugend wegen von dem Kazenlaͤuter und den andern Adeligen verſchont blieb. Jene neue Verordnung des Koͤnigs erregte im ganzen Lande große Unzufriedenheit, weil es für unſicher


