43 um ißm das Hinabſteigen uͤber die Mattern und oͤber die das Schloß umgebende Abgruͤnde zu erleichtern. Sein Kam⸗ merherr, der in daſſelbe Zimmer mit ihm eingeſpernt war, verſprach ihn bei dieſem gefaͤhrlichen Unternehmen nach Kraͤf⸗ ten zu unterſtuͤtzen. Vor allem mußte ſich Albany vor dem Hauptmann der Wache verwayren, deßhalb ließ ihn der Her⸗ zog zum Nachteſſen einladen und bitten den Wein zu koſten, den er zum Geſchenk erhalten habe. Der Hauptmann ſtellte hierauf ſeine Schildwachen an denjenigen Stellen, woſelbſt er Gefahr vermuthete, aus, und begab ſich von dreien ſeiner Soldaten begleitet auf des Herzogs Zimmer, um der Einla⸗ dung Folge zu leiſten. Nach dem Eſſen veranlaßte der Her⸗ zog den Kammerherrn mit dem Hauptmanne Damen zu ſpie⸗ len und zu wuͤrfeln, wobei ſich letzterer und ſeine drei Solda⸗ ten den Wein ſo ſehr ſchmecken ließen, daß ſie bald betrun⸗ ken wurden; dann ſorang Albany, ein ſtarker beherzter Mann, vom Tiſche auf und durchbohrte den Hauptmann mit einem Dolche; auf gleiche Weiſe verfuhr er mit zweien der Solda⸗ ten und den dritten ſtieß der Kammerherr nieder, welcher als⸗ bald die Leichname von zwei der Ermordeten in das Kamin⸗ feuer warf. Die Verauſchung und Bewußtloſigkeit der Sol⸗ daten erleichterte naturlich die Ausfuͤhrung dieſes Unterneh⸗ mens. Der Herzog und der Kammerherr nahmen hierauf die Schluͤſſel aus des Hauptmanns Taſche, oͤffneten alle Thuͤren bis ſie auf die Schloßmauer gelangten und ſuchten dort ei⸗ nen auſſerhalb dem Vereiche der Schil wachen gelegenen Win⸗ kel, von wo aus ſie ihre gefaͤhrliche Flucht bewerkſtelligen wollten. Der Kammerherr verſuchte zuerſt ſich an dem Strick hinabzulaſſen, ager er ſiel, weil der Strick zu kurz war, hin⸗ ab und brach das Schenkelbein; er rief ſodann ſeinem Ge⸗ bieter zu, er ſoll das Seil verlaͤngern, worauf Albany in
Teil eines Werkes
97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
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