46 ſein Zimmer zuruͤckkehrte und die Leintücher noch daran knuͤpfte, ſo daß er ſich bequem hinablaſſen konnte. Dann nahm er den Kammerherrn auf den Rücken, brachte ihn in Sicherheit und ſorgte fuͤr aͤrztliche Huͤlfe; er ſelbſt begab ſich an das ufer, woſelbſt ihn auf ein gegebenes Zeichen ein Boot aufnahm, in welchem er nach Frankreich ſegelte.
Die Wachen wußten, daß ſich ihr Hauptmann mit drei Soldaten in des Herzogs Zimmer befinde und hielten ſich deßhalb fuͤr dieſe Nacht geborgen; als ſie aber bei Tagesan⸗ bruch ein Seil uͤber die Mauer hinabhaͤngen ſahen, erſchracken ſie und einige von ihnen begaben ſich in aller Eile auf des Herzogs Zimmer. Dort fanden ſie den einen ihrer Kamera⸗ den todt an der Thuͤre und die Leichname des Hauptmanns und der andern zwei Soldaten auf dem Feuer. Der Koͤnig war uͤber die kuͤhne Flucht des Albany ſo ſehr erſtaunt, daß er ihr keinen Glauben beimeſſen wollte, bis er ſich an Ort und Stelle mit eigenen Augen uͤberzeugt hatte..
Der Tod des Grafen von Mar und die Flucht des Her⸗ zogs von Albany trugen dazu bei, daß die unwürdigen Guͤnſt⸗ linge des Koͤnigs Jakob noch unverſchaͤmter wurden. Ro⸗ bert Cochran der Maurer, hatte ſich unterdeſſen hoch empor⸗ geſchwungen. Alle Bitten, welche an den Koͤnig gelangen ſollten, mußten durch ſeine Hand gehen; dafür, daß er die verſchiedenen Geſuche dem Monarchen empfahl, erwartete er und erhielt auch Geſchenke; hiedurch wurde er ſo reich, daß er dem Koͤnig bedeutende Summen vorſtrecken konnte und die⸗ ſer belehnte endlich den Cochran mit der Grafſchaft Mar nebſt allen Einkuͤnften des verſtorbenen Prinzen.
Jedermann aͤrgerte ſich darüber, daß die Erbſchaft des ermordeten Herzogs, des Koͤnigsſohnes von Schottlaud, ei⸗ nem Abentheurer wie Cochran übertragen wurde. Bald dar⸗


