39 weiſeſte, gutiaſte und geſelligſte Graf von Arran dargeſtellt; von Andern aber als ein wohlgefaͤlliger, ſchoͤngewachſener und ſehr beredter Mann, als guter Bogenſchutze, als frommer Ritter und als treuer Ehemann bezeichnet.
Dem ungeachtet folgte auf das ploͤtzliche Steigen ſeiner Familie eben ſo ſchnell ihr Fall. Der Koͤnig entſetzte die Boyd's aller ihrer Aemter und⸗ ließ ſie wegen der bei Linlith⸗ sow begangenen Gewaltthaͤtigkeit vor Gericht ſtellen, obgleich er ihnen vollkommene Verzeihung zugeſichert hatte. Sir Alexander Boyd wurde zum Dode verurtheilt und hingerich⸗ tet; Lord Boyd und ſeine Soͤhne ergriffen die Flucht und ſtarben in der Verbannung. Nach dem Dode des Sir Thomas: Grafen von Arran: heirathete die Prinzeſſin Margarethe den Lord Hamilton, wodurch dieſem der Kitel eines Grafen von Arran und die damit verbundene Grafſchaft zu Theil wurde.
Nach dem Falle der Boyd's regierte der Koͤnig ſelbſt und nun kamen ſeine Fehler an den Tag. Er war furcht⸗ ſam: ein bedeutender Makel in ſolch kriegeriſchem Zeitalter: und ſeine Feigheit machte ihn gegen ſeine Edelleute, beſon⸗ ders aber gegen ſeine beiden Bruͤder argwoͤhniſch. Er liebte das Geld und machte deßhalb hievon keinen edelmuͤthigen Ge⸗ brauch gegen ſeine maͤchtigen Unterthanen, welches jedoch noͤthig geweſen waͤre, um ſich ihre Anhaͤnglichkeit zu erwer⸗ ben, ſondern er trachtete auf Koſten des geiſtlichen und welt⸗ lichen Standes reich zu werden, und machte ſich dadurch auf einmal verhaßt. Er liebte die ſchoͤnen Künſte, welche eine eines Monarchen wuͤrdige Eigenſchaft iſt, wenn er hiebei die Schranken ſeiner Wuͤrde nicht uͤbertritt und ſeine Pflichten nicht vergißt: aber er waͤhlte vorzugsweiſe Baumeiſter und Muſſ⸗ ker zu ſeinen Geſellſchaftern und ſchloß den Adel von ſeinem perſoͤnlichen Umgang aus: deßhalb nannten die hochmuͤthigen


