26 den Tod Comyn des Rothen dem Koͤnigreich Schottland ſeine Freiheit zu Tbeil werden, und durch den des Douglas den Fall dieſer Famtlie bewirken, da ſie den Frieden des Koͤnig⸗ reichs gar zu oft ſtoͤrte. n
Die daraus folgenden Begebenheiten endeten ganz an⸗ ders, als ſie begonnen hatten. In der Stadt Stirling leb⸗ ten vier Bruͤder des ermordeten Douglas, welche, nachdem ſie den Tod ihres aͤlteſten Brüuders vernommen, ſogleich den aͤlteſten von ihnen, den Jacob, als den Nachfolger der Graf⸗ ſchaft anerkannten. Dann eilten ſie in ihre Beſitzungen, denn ſie waren alle maͤchtige Lords, verſammelten ihre Freunde und Vaſallen, kehrten nach Stirling zuruͤck, und banden das Sicherheitsgeleit oder den Paß, den der verſtorbene Graf von Douglas erhalten hatte, einem ihrer Bedienten als Schlepp hinten an den Rock, und ließen den Schutzbrief auf dieſe Art in der Stadt herumziehen, um dem Koͤnig ihre Verachtung zu erkennen zu geben. Hierauf proclamirten
ſie den Koͤnig Jacob unter dem Schalle von fuͤnfhundert Horn und Trompeten als einen falſchen und treuloſen Mann. Spaͤ⸗ terhin pluͤnderten ſie die Stadt Stirling, und ſchickten, da⸗ mit noch nicht zufrieden, den Sir Hamilton von Cadyow in die Stadt, um ſie abzubrennen; aber die Staͤrke des
Schloſſes trotzte allen ihren Anſtrengungen, und nach dieſer Prahlerei entſchloſſen ſich die Douglas ein weit ſtaͤrkeres Corps zu verſammeln. 1
Mit genannter Familie ſtunden ſo viele Edelleute in Verbindung, daß der Koͤnig ſelbſt nicht ſchluͤßig geweſen iſt⸗ ob er den bevorſtehenden Kampf beſtehen, oder nach Frank⸗ reich fliehen und den Thron dem Grafen uͤberlaſſen ſolle. In dieſer aͤußerſten Noth fand Jacob einen treuen Rathgeber in
ſeinem Vetter und Geſchwiſterkinde Kennedy, Erzbiſchof von


