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St. Andreas, einem der klügſten Maͤnner jener Zeit. Der Erzbiſchof trug ſeine Meinung in einem Gleichniß vor. Er gab dem Koͤnig einen Buͤſchel mit Leder zuſammengebundener Pfeile in die Hand und ſagte, er ſolle ſie zerbrechen. Der Koͤnig erwiederte, daß dieſe Forderung ſeine Kraͤfte uͤberſteige. „Das mag wohl ſeyn, ſo lange ſie zuſammengebunden ſind,“ verſetzte der Erzbiſchof,„wenn Ihr aber den Riemen loͤst und einen Pfeil nach dem andern nehmet, ſo koͤnnt Ihr ſie leicht nach und nach alle zerbrechen; und ſo, mein Fürſt, ſolltet Ihr mit den aufruͤhriſchen Adeligen verfahren. Wenn Ihr ſie angreift, ſo lange ſie zu einem und demſelben Zweck vereint ſind, ſind ſie Euch uͤberlegen; wenn Ihr es aber mit jedem beſonders ausmacht, ſo koͤnnt Ihr ſie einen nach dem andern eben ſo leicht bemeiſtern, als Ihr die Pfeile einzeln zerbrecht.“
Dieſen Grundſatz befolgend, machte der Koͤnig mehreren Adeligen, bei welchen ſeine Agenten Gehoͤr fanden, Vorſtel⸗ lungen, wodurch ihnen dargethan wurde, daß der Aufruhr der Douglas, falls das Gluͤck ſie beguͤnſtige, dieſe Familie maͤchtiger als alle andere in Schottland machen wuͤrde, und daß dadurch die uͤbrigen Großen des Reiches gar keinen Ein⸗ fluß mehr haͤtten. Laͤndereien, große Summen und Ehren⸗ ſtellen wurden denijenigen verſprochen, welche die Sache der
Dauglas verlaſſen und ſich auf des Koͤnigs Seite ſchlagen
wuͤrden. Dieſe bedeutenden Verſprechungen und die heimliche Furcht vor der Obergewalt der Familie Douglas lockte Man⸗ che, die bis daher zwiſchen Unterthanenpflicht und Furcht vor dem Grafen ſchwebten, auf des Koͤnigs Seite.
Unter dieſen zeichnete ſich der Graf von Angus am mei⸗
ſten aus; er war zwar ſelbſt ein Douglas, aber von ei⸗ nem neueren Zweige dieſer Familie; er vereinigte ſich bei


