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Staatsruder fuͤhrten, allgemein verachtete. Ein traͤger, ru⸗ higer friedliebender Mann, Jacob der Dicke, wurde nun Graf von Douglas; er war an Leib und Seele traͤg, worin auch wahrſcheinlich der Grund lag, daß nicht unmittelbar nach der Hinrichtung der zwei Bruͤder ein allgemeiner Auf⸗ ſtand erfolgte. Dieſer dicke Stiftsherr lebte jedoch nur zwei Jahre in feiner Herrlichkeit und wurde von ſeinem Sohn Ar⸗ chibald beerbt, der eben ſo thaͤtig und ungeſtümm war, als irgend einer feiner ehrgeitzigen Vorfahren und ſich, um den Dod ſeiner juͤngſt verſtorbenen Vetter zu raͤchen, in manchen Streit einließ.
Unterdeſſen hatte Jacob H. das Mannesalter erreicht, und die Leitung der Staatsgeſchaͤfte ſelbſt uͤbernommen. Er war ſchoͤn, aber ſein Geſicht auf der einen Seite mit einem breiten rothen Strich bezeichnet, das ihm den Beinamen Ja⸗ cob mit dem feurigen Geſicht erwarb. Man nannte ihn auch haͤufig Jacob mit dem feurigen Gemuͤth; denn mit vielen guten Eigenſchaften verband er auch die boͤſe, ſich leicht von der Hitze hinreiſſen zu laſſen, wovon ich gleich ein merkwuͤr⸗ diges Beiſpiel mittheilen werde.
Bald nach ſeinem Regierungsantritt verwendete Jacob H. den Graf von Douglas als Generallieutenant des Koͤnigreichs; aber dieſer ehrgeitzige Edelmann zeigte ſich bald geneigt ſein Anſehen bis zu einer unumſchraͤnkten Macht auszudehnen, ſo daß der Koͤnig es fuͤr gut fand, ihm die gefaͤhrliche Stelle, die er ihm übertragen hatte, wieder abzunehmen. Douglas
zog ſich auf ſein eigenes Schloß zuruͤck und ſann auf Rache,
waͤhrend der Koͤnig ſeiner Seits eine geſchickte Gelegenheit abwartete, um die Macht eines ſo furchtbaren Nebenbuhlers iun vermindern. 3
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