4⁸ arswoͤhnte, konnte osn der vorhabenden Reiſe nicht abgehab⸗ ten werden.
Der Kanzler Crichton nahm den Grafen von Douglas und ſeinen Bruder David waͤhrend ihrer Reiſe auf ſeinem eigenen Schloſſe Crichton, mit anſcheinender groͤßtmoͤglicher Gaſtfreundſchaft und Güte auf. Nach zwei⸗ oder dreitaͤgi⸗ gem Aufenthalt daſelbſt wurden die beiden Brüder nach dem Schloſſe Edinburgh gelockt, und bei dem jungen Koͤnig ein⸗ gefuͤhrt; dieſer wußte natuͤrlich von dem Vorhaben ſeines Vormundes nichts und empfing jene Beiden ſehr freundlich und ſchien ſich beſonders daruͤber zu freuen, daß er auch zukuͤnftig in ihrer Geſellſchaft bleiben duͤrfe.
Auf einmal aͤnderte ſich die Scene. Bei einem dem Grafen und deſſen Bruder gegebenen Gaſtmale wurde der Kopf eines ſchwarzen Stieres auf den Tiſch geſtellt. Die Douglas wußten, daß dieß einer alten, in Schottland herr⸗ ſchenden Gewohnheit zufolge das Zeichen ſey, daß Einer ſter⸗ ben muͤſſe und ſprangen deßhalb in großer Angſt vom Diſche weg; aber ſie wurden gleich durch einige in das Zimmer tre⸗ tende bewaſſnete Maͤnner ergriffen. Dem Scheine nach wur⸗ de eine Unterſuchung uͤber ſie angeordnet, wobei ihnen der Uebermuth ihrer Voraͤltern zur Laſt gelegt, dann ſie ſelbſt aber zur Hinrichtung verurtheilt worden waren. Der junge Koͤnig weinte und bat Livingston und Cxichton vergeblich, jene zu begnadigen. Sie wurden in den Schloßhof gefuͤhrt und ohne Aufſchub enthauptet; den Malcolm Fleching von Cumbernaud, einen treuen Anhaͤnger ihres Hauſes traf das nemliche Loos.
Dieſes barbariſche Verfahren war eben ſo unklug als ungerecht; denn es ſchmaͤlerte die Macht der Douglas nicht, ſondern trug nur dazu bei, daß man diejenigen⸗ welche das


