17 Gehorſam leiſtete, ſo kann man ſich leicht vorſtellen, daß ſel⸗ ne Macht durch Maͤnner wie Crichton und Livingston, wenn ſte gleich hohe Aemter begleiteten, nicht ſehr beſchraͤnkt wurde. 9
Nach dem im Jahre 1458 erfolgten Dod des oben er⸗ waͤhnten maͤchtigen Edelmanns gingen deſſen Beſitzungen auf ſeinen erſt ſechzehn Jahre alten Sohn uͤber 3 da dachte der verſchmizte Crichton eine Gelegenheit zu erſpaͤhen, um die Douglas auf immer zu vernichten und zwar dadurch, daß er den jungen Grafen und deſſen Bruder aus dem Wege raͤu⸗ men, und ſomit die Macht und das Anſehen dieſer großen Familie zerſtören wollte. Crichton machte dem Livingston den Vorſchlag, dieſer Verraͤtherei beizutreten und obgleich der
Vormund des Koͤnigs und der Kanzler des Koͤnigreichs bis
daher feindlich gegen einander geſinnt waren, ſo verbanden
ſie ſich doch zur Ausfuͤhrung dieſes ſchlechten Vorhabens, um die zwey Knaben aus dem Wege zu raͤumen, deren Alter ſchon die Unſchuld eines jeden ihnen aufgebuͤrdeten Verbre⸗ chens erwies. Zur Erreichung ihres Zweckes verſchwendeten ſie Schmeicheleien und ſchoͤne Worte, um Wilhelm, den jun⸗ gen Grafen von Douglas und ſeinen Bruder Dayid zu ver⸗ anlaſſen, mit einigen ihrer beſten Bekannten nach Hof zu kommen, hiebei wurde noch vorgeſchuͤtzt, baß die beiden Gra⸗ fen die paſſendſeen Geſellſchafter fuͤr den jungen Koͤnig ſeyn würden. Ein alter Bekannter und Anhaͤnger der Familie
Douglas rieth dem jungen Grafen ſehr ab, die Einladung
anzunehmen, und bat ihn wenigſtens ſeinen Bruder David
nicht mit nach Edinburgh zu nehmen, wenn er je dahin ge⸗ hen ſollte. Der junge Graf, welcher durchaus nichts Boͤſes
W. Scotz's Werke. XCVII. 2


