Teil eines Werkes 
97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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in das Zimmer, woſelbſt die Damen ſich befanden. Die Koͤ⸗ nigin und ihre Hofdamen trachteten ſo viel als moͤglich die Thuͤre verſchloſſen zu erhalten, und Eine derſelben, Catha⸗ rina Douglas hielt kuͤhn ihren Arm ſtatt einer Stange quer uüber die Thuͤre. Der Arm der tapfern Lady war aber bald bezwungen, und die Verraͤther ſtuͤrzten mit gezogenen Schwerdtern und Dolchen in das Zimmer, verwundeten und machten diejenigen nieder, die ſich ihnen widerſetzten. Die arme Königin ſtund halb entkleidet da, und ſchrie laut um Huͤlfe; einer der Verbrecher wuͤrde ſie beinahe ermordet ha⸗ ben, wenn Sir Robert Grahame nicht zu ihm geſagt haͤtte: Was willſt du der Koͤnigin thun? Sie iſt ja nur ein Weib; laßt uns den Koͤnig aufſuchen.

Sie trachteten auch hierauf, ihn ausfindig zu machen, aber ohne Erfolg: dann verließen ſie das Zimmer und durch⸗ ſuchten Alles im ganzen Kloſter. Mittlerweile wurde der Koͤ⸗ nig ungeduldig und verlangte, daß die Damen ihm aus die⸗ ſem unpaſſenden Schlupfwinkel heraushelfen moͤchten. In demſelben ungluͤcklichen Augenblick kehrten die Verſchwornen zuruͤck und einer von ihnen erinnerte ſich, daß noch ein ſolches Gewoͤlbe da ſey, das ſie noch nicht durchſucht haben. Als ſie den hingeſteckten Pfahl wegriſſen und den Koͤnig unten im Gewoͤlbe ſtehen ſahen, rief einer von ihnen den andern zu: Hoͤrt, ich habe die Braut gefunden, nach der wir ſeit lan⸗ ger Zeit ſchon alle Nacht trachten. Hierauf ſtiegen anfaͤng⸗ lich einer, dann mehrere dieſer Schurken in das Gewoͤlbe hinab, um den ungluͤcklichen Koͤnig, welcher ohne Waffen in ſeinem Hemde da ſtund, in die andre Welt zu ſchicken; aber Jacob, ein ſlinker und kraͤftiger Mann, zog ſie ſo hinab, daß ſie ihm unter die Fuͤße fielen, und kaͤmpfte, um von dem

einen oder dem andern einen Dolch zu erhaſchen, wobei ſeine