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Die Hauptperſon bei dieſer Verſchwoͤrung war Sir Ro⸗ bert Grahame, Onkel des Grafen von Stratherne. Er war kühn und ehrgeizig und gegen den Koͤnig hoͤchſt aufgebracht, weil er einmal auf koͤniglichen Befehl eingeſperrt wurde. Er zog den Grafen von Athole, einen alten, ſchwachen Mann, auch in das Complot und verſprach ihm, ſeinem Sohne Ro⸗ hert Stewart an Jakobs Stelle auf den Thron von Schott⸗ land zu verhelfen; Andere wurden aus verſchiedenen Beweg⸗ gruͤnden zur Theilnahme an dieſer Verſchwoͤrung aufgefor⸗ dert. Zu vielen ihrer Anhaͤnger ſagten ſie, ſie fahnden nur nach einer Dame vom Hofe. Grahame zog ſich, um ſeinen Plan zu entwerfen, in einen entfernten Theil der Hochlande zuruͤck, kuͤndete von dort aus dem Koͤnige den Gehorſam auf und drohte den Monarchen mit eigener Hand umzubringen. Auf Grahame's Kopf wurde ein hoher Preis geſetzt, der ei⸗ nem jeden, der ihn den Gerichten uͤberliefere, ausbezahlt wuͤrde; aber er hatte ſich in den wilden Gebirgen verborgen, um ſich am Ende doch an Jakob raͤchen zu koͤnnen.
Die kommende Weihnachten wollte der Koͤnig in Perth ein Feſt halten. Auf ſeiner Reiſe nach dieſer Stadt begeg⸗ nete er einem Hochlaͤnder Weib, die ſich ſelbſt eine Wahrſa⸗ gerin nannte. Sie ſtand auf der Seite einer Faͤhre, auf welcher ſich der Koͤnig nach dem Norden begeben wollte und ſchrie mit lauter Stimme:„Mylord Koͤnig, wenn Ihr die⸗ ſes Waſſer uͤberſchreitet, ſo werdet Ihr nicht mehr lebendig zuruͤckkehren.“ Der Koͤnig war auf dieſe Aeußerung hin ei⸗ nige Augenblicke ergriffen, weil er in einem Buche geleſen hatte, daß in dieſem Jahre in Schottland ein Koͤnig erſchla⸗ gen werde; denn das kommt oft vor, daß, wenn etwas Wich⸗ tiges betrieben wird, ſich Geruͤchte hieruͤber verbreiten, die unter dem Schein von Prophezeihungen bekannt werden, die


