Teil eines Werkes 
97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Grolle den Macdonald und zwoͤlf ſeiner vornehmſten Unterge⸗ benen ergreifen und ihre Fuͤſſe mit Hufeiſen beſchlagen; in dieſem Zuſtande wurden ſie drei Tage lang zur Schau aus⸗ geſtellt und dann hingerichtet.

Auf ſolche Art ſtellte Jakob I. in ſeinem Lande, welches er in einem ſehr zerruͤtteten Zuſtande angetroffen, wieder Ru⸗ he her. Er entwarf weiſe Geſetze, um dem Handel im Lan⸗ de ſelbſt und mit andern Staaten außzuhelfen; ebenſo gab er ſtrenge Juſtiz⸗Geſetze und hielt ſehr auf deren Handhabung, damit den Klaͤgern und Beklagten Recht widerfahre.

Sein groͤßtes Geſchaͤft jedoch, wobei er am meiſten Schwierigkeiten fand, war: die Macht des hohen Adels zu vermindern, welcher, gleich Koͤnigen, jeder in ſeinen Beſi⸗ tzungen regierte und gegen Koͤnig oder gegen Andere Krieg fuͤhrte, wenn es ihm einfiel. Er zog mehrere dieſer hohen Perſonen vor Gericht und nahm ihnen, wenn ſie ſchuldig er⸗ funden wurden, ihre Beſitzungen. Die Adeligen ihrer Seits beklagten ſich, daß man ſie aus Haß mit ſolcher Haͤrte und ungerechtigkeit behandle, und ſo unterhielt der gute Fuͤrſt die Zahl der Unzufriedenen ſtatt ſie zu vermindern. Einen andern Grund zur Unzufriedenheit gaben gewiſſe Steuern, welche zur Handhabung der Gerechtigkeit und des koͤniglichen Anſehens von den Unterthanen erhoben wurden; da das ſchot⸗ tiſche Volk arm und durchaus nicht gewohnt war, irgend ei⸗ nen ſolchen Beitrag zu bezahlen, ſo ſchrieben ſie die verhaßte Maßregel des Koͤnigs Geiz zu. Obgleich Koͤnig Jakvb die beſten Abſichten hatte und ſeit Robert Bruce gewiß der faͤhig⸗ ſte Regent in Schottland geweſen iſt, ſo waren jetzt doch Hohe und Niedere gegen ihn eingenommen, und einige elen⸗ de Wichte aus dem Adel fanden ſich hiedurch veranlaßt, nach ſeinem Leben zu trachten.