93 Der Prinz ſetzte ſeinen unordentlichen Lebenswandel fort, Albany ſeiner Seits hoͤrte nicht auf, jenen bei dem Koͤnig zu verſchmaͤhen, und endlich wurde Douglas ein abgeſagter Feind ſeines koͤniglichen Schmiegerſohns.
Die Geſchichte dieſer Regierung iſt ſehr unvollkommen, man weiß nicht genau, was fur Angriffe auf den Herzog von Rothſay gemacht wurden, oder in wie fern ſie wahr oder falſch ſind; allein ſo viel ſcheint gewiß zu ſeyn, daß er von Seite ſeines Vaters ganz der Gewalt ſeines Onkels und ſeines Schwiegervaters des Grafen von March uberlaſſen wurde, welche beide grauſam gegen ihn verfuhren.
Ein gewiſſer Ramorany, ein elender Wicht, nud Sir Wilbelm Lindſay wurden bevollmaͤchtigt, den rechtmaͤßigen Thronerben von Schottland verhaften und einſperren zu duͤr⸗ fen. Mit dieſer Vollmacht verſehen ergriffen ſie ihn in der Provinz Fife, woſelbſt er ohne allen Argwohn reiste, ſetzten ihn auf ein ganz gewoͤhnliches Fuhrmannspferd, und ſchlepp⸗ ten ihn in das ſeſte Schloß Falkland, welches dem Albany ge⸗ hoͤrte. Es hatte damals ſehr ſtark geregnet, aber dem armen Prinzen wurde kein anderer Schutz, als ein ſchlechter Bauern⸗ mantel zu Theil. Nach der Ankunft in jener duſſtern Feſte warfen ſie ihn in ein Geſaͤngniß und lieſſen ihm keine Nah⸗ rung zukommen. Da ſoll eine Frau durch des Prinzen Weh⸗ klagen geruͤhrt worden und es ihr gelungen ſeyn, ihm von Zeit zu Zeit duͤnne Gerſtenkuchen zu bringen, die ſie in ihrem Schleier verbarg und durch das eiſene Gitter ſeines Gefaͤng⸗ niſſes hinabließ; eine andere Frau ſoll ihn eine Zeit lang an ihrer eigenen Bruſt ernaͤhrt haben. Beide wurden entdeckt, worauf auch nicht einmal dieſe karge Unerſtuͤzung dem Prin⸗ zen mehr zu Theil wurde; der Ungluͤckliche verhungerte im


