8⁶ zeichen hoch und erklaͤrte, er wolle es mit nach Schottland nehmen und auf ſeinem Schloſſe Dalkeith aufpflanzen.
„Das ſoll Dir nie gelingen,“ ſagte Percy.„Ich werde meine Lanze eher wieder haben, als Du nach Schottland zu⸗ ruͤckkehren kannſt.“
„Nun denn,“ erwiederte Douglas,„komme und hole ſie, vor meinem Zelte ſollſt Du ſie finden.“
Die ſchottiſche Armee trat, nachdem ſie den Zweck ihres Vorhabens erreicht hatte, ihren Ruͤckzug durch das Thalge⸗
viet des Baches Reed an; dieſer floß gegen die ſchottiſche
Grenze und gewaͤhrte fuͤr den Truppenmarſch einen ertragli⸗ chen Weg. Am 19. Auguſt 1338 lagerten ſie bei Otterburn, ungefaͤhr zwanzig Meilen von der Grenze.
Mitten in der Nacht brach im ſchottiſchen Lager der Laͤrm aus, daß das engliſche Heer im Anmarſch ſey; beim Mondlicht konnte man waͤhrend des Vorruͤckens den Sir Heinrich Percy an der Spitze eines Heeres erkennen, das an Zahl dem des Douglas gleich zu kommen, oder ſogar noch ſtaͤrker zu ſeyn ſchien. Percy hatte den Reed Bach ſchon uͤber⸗ ſchritten, und ruͤckte gegen die linke Flanke der ſchottiſchen Armee vor. Douglas wollte in der Stellung die er genom⸗ men hatte, keinen Angriff abwarten, und veraͤnderte ſie deß⸗ halb ſchnell, ſo daß er den anruͤckenden Englaͤndern alſobald die Fronte entgegenſtellte; bei dieſem Mandoͤver entwickelte er ſo viel militaͤriſche Talente und Geſchicklichkeit, daß es kaum glaublich iſt, wie er mit ſeinen undisciplinirten Trup⸗ pen in der kurzen Zeit eine ſolche Frontveraͤnderung machen kFonnte.
Hitzkopf marſchierte inzwiſchen mit ſeinen Schwadro⸗ nen durch das verlaſſene Lager, woſelbſt ſich nur noch einige Bedienten und Marodeurs der ſchottiſchen Armee befanden.


