85 uns gewaͤhrt.“ Ein ſehr merkwuͤrdiges Beiſpiel eines ſolih verzweifelten Gefechtes kam im Jahre 1388 vor.
Die ſchottiſchen Adeligen hatten, um einen bebeutenden Einfall in England zu bewerkſtelligen, eine beträͤchtliche Ar⸗ mee verſammelt; da ſie aber erfuhren, daß die Bewohner Northumberlands ein Cerys an der öſtlichen Grenze zuſam⸗ menziehen, ſo beſchraͤnkten ſie ihren Angriff auf das, was der Graf Douglas beſchließen wuͤrde, und gaben ihm zu ſei⸗ nem Vorhaben 4 bis 5000 auserleſener Truppen. Mit dieſen drang er in die gebirgigen Grenzprovinzen Englands, woſelbſt man am allerwenigſten auf einen Ueberfall gefaßt war; dann ruͤckte er gegen Neweaſtle vor, uͤberfiel rings herum das lache und reiche Land, pluͤnderte, ſengte und brannte und berei⸗ cherte ſeine Armee mit Beute.
Percy, Graf von Northumberland, ein engliſcher maͤchtl⸗ ger Edelmann, der mit Douglas ſchon manchen Kampf beſtan⸗ den, entſendete ſeine zwei Soͤhne, Sir Heinrich und Sir Rudolph Percy, um die Fortſchritte jenes Ueberfalls zu hem⸗ men. Beide waren ſtattliche Ritter, aber der erſte, ſeiner Heftigkeit wegen Hitzkopf genannt, durfte eben ſo ſehr un⸗ ter die ausgezeichnetſten Krieger Englands, als wie Doulas unter die Schottlands gezaͤhlt werden. Die beiden Bruͤder zogen in aller Eile nach Neweaſtle, um dieſe wichtige Stadt zu vertheidigen. Da Douglas auf eine ganz kecke Weiſe ſeine Leute vor den Mauern dieſer Stadt aufſtellte, ſo gab es zwiſchen ihnen und den Schotten ein Scharmuͤtzel, wodei Douglas und Heinrich Perey handgemein wurden. Waͤhrend dieſes Kampfes gelangte Douglas in den Beſitz von des Hitz⸗ kopfs Speer; an deſſen einem Ende hing eine kleine ſeidene, mit Perlen geſtickte Verzierung, die einen Loͤwen darſtellte— das Helmzeichen der Percy. Douglas ſchwang dieſes Steges⸗


