Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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ſeinem huͤlfloſen Zuſtande auf, und verſchaffte ihm einen Fiſcherkahn oder ein kleines Boot, in welchem er nach Eng⸗

land entfloh, nachdem ſeine ganze Armee aufgeloͤst war, und nachdem er einen großen Theil ſeiner tapfern Cdelleute ver⸗ loren hatte.

Die Englaͤnder haben weder vor noch nachher je eine ſo fürchterliche Schlacht verloren, als die von Bannockburn; eben ſo wenig gewannen je die Schotten wieder eine ſo bedeutende Schlacht. Eine Menge der brauchbarſten und tapferſten eng⸗ liſchen Edelleute blieben auf dem Schlachtfelde, eine noch groͤßere Anzahl wurde gefangen genommen, und die ganze furchtbare Armee des Koͤnigs Eduard war geſprengt oder ver⸗ nichtet.

Die Englaͤnder konnten nach dieſer großen Niederlage ihre Anſpruͤche auf Schortland nicht mehr laͤnger geltend ma⸗ chen, oder, wie diß ſeit 20 Jahren geſchah, Armeen in je⸗ nes Land ſchicken, um es zu unterjochen; ſte waren im Ge⸗ gentheil kaum im Stande, ihre eigenen Grenzen gegen Ro⸗ bert Bruce und ſeine Soldaten zu vertheidigen.

Es wurden noch manche Schlachten in England ſelbſt ge⸗ liefert, wobei die Englaͤnder immer im Nachtheil blieben. Eine dieſer Schlachten wurde bei Mitton in Yorkſhire gelie⸗ fert, wobei ſo viele Geiſtliche mitkaͤmpften, daß die Schot⸗ ten dieſe Schlacht das Capitel von Mitton nannten; man nennt nemlich die Vereinigung mehrerer Geiſtlichen, die zu einer Hauptkirche gehoͤren, ein Capitel. Waͤhrend und nach lener Schlacht wurde viel Blut vergoſſen. Die Schotten ver⸗ wüſteten in England die Gegend bis vor die Thore von York hin, und gewannen damals die Oberhand uͤber ihre alten Feinde, welche noch kuͤrzlich verſucht hatten, ſie zu Untertha⸗ nen von England zu machen.