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terlichen Streich, daß deſſen eiſerner Helm wie eine Nuß⸗ ſchale in Stuͤcke brach, wodurch er gleich aus dem Sattel ge⸗ hoben wurde, und ſeinen Geiſt aufgab, ehe er noch zu Boden fiel. Dieſe Heldenthat wurde von den ſchottiſchen Anfuͤhreru ſehr getadelt, weil ſie behaupteten, Bruce haͤtte ſich keiner ſo großen Gefahr ausſetzen ſollen, da die Rettung der ganzen Armee von ſeiner Perſon abhieng. Der Koͤnig betrachtete ſei⸗ ne Waffe, welche durch die Macht des Hiebes ſtark Noth ge⸗ litten hatte, und ſagte:„Ich habe meine gute Streitart zer⸗ „brochen.“
Den andern Morgen, am 24. Juni, begann mit An⸗ bruch des Tages eine fuͤrchterliche Schlacht. Die Englaͤnder ſahen bei ihrem Vorruͤcken die Schotten in Schlachtordnung aufgeſtellt. Der Abt von Inchaffray ging barfuß durch ihre Reihen und feyerte ſie an fuͤr die Freiheit ihres Landes tapfer zu kaͤmpfen, worauf ſie niederknieten und den Himmel um Verleihung des Sieges anflehten. Als Konig Eduard dies ſah, rief er laut aus:„Sie knien nieder, ſie bitten um Gna⸗ de!*—
„Ja,“ ſagte ein beruͤhmter engliſcher Baron, Ingelram von Umphraville,„aber ſie bitten Gott, nicht uns.— Dieſe „Leute wollen kaͤmpfen, oder auf dem Schlachtfelde ſterben.“
Der Koͤnig von England ertheilte den Befehl zum An⸗ griff; dann ſpannten die Bogenſchuͤtzen ihre Waffen und ſchoſ⸗ ſen eine ſolche Maſſe von Pfeilen auf die Schotten ab, daß die Pfeile gleich den Schneeflocken an einem Weihnachtstage flogen. Sie trafen viele der braven Schotten, und haͤtten, wie bei Falkirk und an andern Orten, den Sieg entſchieden; wenn nicht Bruce, wie ich ſchon oben erwaͤhnte, auf ſie vor⸗ bereitet geweſen waͤre; dieſer hatte eine ziemlich ſtarke Abthei⸗ lung gut berittener Reiterei, welche in vollem Galopp auf die


