9
gelangen ſuchte. Dieß war Lord Clifford, welcher mit 809 auserleſenen Reitern entſendet worden war, um die Feſte zu entſetzen. „Sieh her, Nandolph,“ ſagte der Koͤnig zu ſeinem Nef⸗ fen,„da fiel eine Roſe aus deinem Federbuſch.“ Damit wollte er ſagen, wie es Nandolphen nicht zur Ehre gereiche, daß er das Vorruͤcken des Feindes gerade da zugegeben habe, woſelbſt er es haͤtte verhindern ſollen. Nandolph erwiederte nichts darauf, ſondern machte mit mehr als der Haͤlfte ſeiner Mannſchaft auf Clifford einen Angriff. Die Schotten hatten bei dieſer Erpedition nur Inſanterie; die Englaͤnder griffen mit ihren Lanzen an, und Randolph formirte mit den Sei⸗ nigen geſchloſſene Colonnen, um ſie zu empfangen. Er ſchien ſo ſehr in Gefahr zu gerathen, daß Douglas den Koͤnig um die Erlaubniß bat, jenem beiſtehen zu duͤrfen, aber der Koͤ⸗ nig verweigerte es. „Laßt Randolph ſelbſt ſeinen Fehler wieder gut machen,“ ſagte er,„ich kann wegen ihm die Schlachtordnungslinie nicht brechen.“ Die Gefahr ſchien jedoch groͤßer zu werden, und die engliſche Reiterei ſchien die Hand voll ſchottiſcher Infan⸗ terie ganz zu umzingeln.„So erlaubt mir doch,“ ſagte Douglas zum Koͤnig,„mein Herz kann es nicht uͤber ſich bringen, mußig zu ſtehen, und Randolph ſo zu ſehen— ich muß ihm helfen.“ Darauf ritt er mit den Seinigen weg; aber lange ehe ſie den Kampſplatz erreichten, ſahen ſie die engliſche Reiterei fort galoppiren, und ſogar manche ohne Sattel.
„ Halt!“ ſagte Douglas zu ſeinen Leuten,„Randolph has ndieſen Tag gerettet; da wir nicht ſchnell genug waren, um nihm auf dem Schlachtfelde beizuſtehen, ſo wollen wir wenig⸗ „ſtens nicht ſaumen ſeinen Sieg zu vergroͤßern.“ Nun wur⸗


