Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 1. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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90 ließ ſie ſolche doch dem Koͤnig ſchwoͤren. Sie gelangten ſpaͤter, hin in ſeinen Dienſten zu den Wurden hoher Offictere.

Nun richtete die gute alte Frau alles, was ſie herbeiſchaf⸗ fen konnte, fuͤr des Koͤnigs Nachteſſen zu, als man ploͤtzlich heftiges Pferdeſtampfen, um das Haus herum hoͤrte. Sie dachten, dieß werden einige Englaͤnder oder Soldaten des Jo⸗ hann von Lorn ſeyn, und die gute Frau ermahnte ihre Soͤhne fuͤr Koͤnig Robert aufs Aeußerſte zu kaͤmpfen; jedoch kurz dar⸗ auf hoͤrten ſie die Stimme des guten Jacob Douglas und des Eduard Bruce, des Koͤnigs Bruder, welche nach des Koͤnigs Befehle, den er ihnen bei ſeinem Scheiden gegeben hatte, mit 150 Reiter zu dieſem Paͤchterhaus gekommen waren. Robert Bruce freute ſich unendlich ſeinen Bruder und ſeinen treuen Freund Lord Douglas wieder zu finden; er war beinshe vor Freude auſſer ſich, daß er ſich nun an der Spitze eines ſo be⸗ traͤchtlichen Gefolges befinde, vergaß Hunger und Muͤdigkeit und fragte, wo der Feind, der ſie ſchon ſo lange verfolge, ſei⸗ ne Stellung genommen habe;denn da ſie uns ganz zerſtreut und auf der Flucht begriſſen vermuthen muͤſſen, ſo iſt es wahrſcheinlich, daß ſie ſich ſelbſt ganz ſicher glanben, daß ſie beaueme Quartiere beziehen und in Ausſtellung ihrer Wachen ſaumſelig ſeyn werden.Das iſt ſehr wahr, antwortete Jacob Douglas,denn ich paſſirte ein Dorf, wo zweihundert

von ihnen liegen, welche nicht eine Schildwache ausgeſtellt ha⸗

ben; wenn Ihr Luſt habt Euch zu beeilen, ſo koͤnnen wir ſie noch in dieſer Nacht uͤberfallen, und ihnen mehr Schaden zu⸗ fuͤgen als ſie im Stande waren, waͤhrend all dieſen Ungluͤcks⸗ tagen uns ſelbſt zu ſchaden.

Die Gegend war voll Huͤgel und Geſtraͤuch. Als die Schotten den Haufen Englaͤnder, deſſen Douglas er⸗ waͤhnt hatte, uͤberſielen und ploͤtzlich in das Dorf eindran⸗