Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 1. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Gefangenen gemacht haͤtte. Die Bewohner von Galloway hat⸗ ten gehoͤrt, daß Bruce mit nur ungefahr 60 Mann in ihrem Lande ſey; ſie beſchloſſen daher, ihn zu uͤberfalen, und ver⸗ ſammelten zu dieſem Endzweck 206 Mann, welche zwei bis drei Schweißhunde mit ſich fuͤhrten. Dieſe Thiere waren darauf abgerichtet, durch den Geruch die Fußſtapfen eines Mannes zu verfolgen, ſo wie die Dachshunde einen Fuchs oder Haſen jagen. Obgleich der Hund die Perſon, deren Spur er verfolgt nicht ſieht, ſo folgt er dennoch jedem ihrer Schritte. Damals bediente man ſich dieſer Hunde um große Verbrecher zu verfolgen. Die Bewohner Galloway's hiel⸗ ken es fuͤr eine Vorſichtsmaßregel, Falls ſie Bruce nicht ge⸗ fangen nehmen, oder beim erſten Angriff umbringen koͤnn⸗ ten, oder Falls er in die Waͤlder entfliehen ſollte, ſich der Hunde zu bedienen, um ihn wieder ausfindig zu machen.

Der gute Koͤnig, Robert Bruce, welcher immer wach⸗ ſam war, hatte die Abſicht der Oberwaͤhnten, daß ſie ihn un⸗ verſehens, und zwar bey Nacht uͤberfallen wolten, bald er⸗ fahren. Dieſem zufolge verlegte er ſeine 60 Mann in eine von hier etwas entfernt gelegene Gegend, in die Nahe eines tiefen, ſchnellſtroͤmenden, mit ſteilen und feſigen Ufern ver⸗ ſehenen Fluſſes. Nur eine einzige Furth machre es moͤglich jenen zu paſſiren; ſie war aber tief und ſo eng, daß kaum zwei Mann neben einander gehen konnten; die jenſeitigen Ufer waren ſteil und der Pfad, welcher von des Waſſers Rande aufwarts fuͤhrte, mauſſerordentlich eng und ſchwer zu beſteigen.

Bruce waͤhlte einen eine halbe Meile von erwaͤhntem Fluſſe entfernten Ort, woſelbſt er ſeine Leute niederlegen und ausruhen ließ, waͤhrend er ſelbſt mit zweien ſeines W. Scoits Werke. XCV. 6 r ern