48 die Hoffnung zu ihrer gaͤnzlichen Vereinigung, zu was ſie durch ihre natuͤrliche Lage beſtimmt ſchienen, auf weit ent⸗ fernte Zeiten verſchob.
Fuͤnftes Kapitel.
Die Beſchichte des Sir Wilhelm Wallace⸗
Ich ſagte Dir ſchon, mein lieber Hugo, daß Eduard 1. von England das Königreich Schottland gleich einer eroberten Provinz behandelte, obgleich er weniger durch ſeine Tapferkeit, als durch Liſt und Benutzung der Streite und Entzweiung, bie nach Alexander III. Tod unter den Schotten ausbrachen, in Schortlands Beſitz kam.
Die Englaͤnder hatten das Land nun in Beſitz genom⸗ men und regierten es mit viel Strenge. Der oberſte Ge⸗ richtsherr Ormesby forderte alle diejenigen, welche dem Koͤ⸗ uig Eduard den Huldigungseid nicht leiſten wollten, auf, ſich zu nennen. Viele Schottlaͤnder verweigerten ihn, weil ſie behaupteten, der engliſche Koͤnig habe kein Recht, dieſen Eid
von ihnen zu verlangen. Alle dieſe wurden vor die Schran:
ken der Gerichtshoͤfe geladen, ſie mußten Geld erlegen, ihre Grundſtuͤcke hergeben, und noch wurden ſie auf andere Weiſe ſtreng beſtraft. Dann erpreßte Hugo Creſſingham, der eng⸗ liſche Schatzmeiſter, unter allerlei Vorwaͤnden von den Schott⸗ ländern eine Menge Geldes. Sie waren immer ein armes Volk und ihre eigenen im Lande gebornen Konige hatten ſie
mit viel Schonuns behandelt und ihnen ſelten Steuern anf⸗
erlegt.


