Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 1. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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4 ernannte er meiſtentheils Englaͤnder zu Eouverneurs der ſchottiſchen Provinzen.

Ich will, mein liebes Kind, hier bemerken, daß der naͤm⸗ liche Ebuard I. kurz zuvor, ehe er Schottland ſo ſehr unter⸗ druͤckte, die Provinz Wales erobert hatte, dieſen bergigen Theil der brittiſchen Inſel, wohin die Britten vor den Sach⸗ ſen geflohen waren und wo jene bis zur Regierung dieſes ge⸗ ſchickten und ehrgeizigen Fuͤrſten, ihre Unabhaͤngigkeit erhal⸗ ten hatten. Bei Unterjochung der Provinz Wales ging Cduard weit treuloſer und grauſamer zu Werk, als in Schottland; er hatte den letzten Prinzen von Wales, nachdem er ihn ge⸗ fangen genommen, aufhaͤngen laſſen, und zwar aus keiner andern Urſache, als weil er ſein Land gegen die Engländer, die gar kein Recht auf Wales hatten, vertheidigte. Vielleicht dachte Eduard bei ſich ſelbſt, daß er durch Vereinigung der ganzen britaniſchen Inſel unter einen Koöͤnig und unter eine Regierung, ſo viel Gutes ſiſten und kuͤnftige Kriege abwen⸗ den koͤnnte, daß deshalb ſeine Gewaltthaten und treuloſen Handlungen, deren er ſich zu Ausfuͤhrung ſeines Vorhabens bediente, entſchuldigt ſeyen.— 3

Aber, mein gutes Kind, Gott, welcher unſere Herzen durchſchaut, wird nie ſolche Maßregeln, die aus boͤfem Her⸗ zen kommen, ſegnen, well ſie nur unter dem Vorwand, Gutes erzielen zu wollen, angewendet werden. Wir muͤſſen nie ſchlecht handeln, um etwas Gutes zu erreichen. Die gluͤckliche Ausſicht, England und Schottland unter eine Re⸗ gierung zu vereinigen, war durch Eduards widerrechtliche, ohne alle Grundſätze unternommene Beſitznahme noch ſo fer⸗ ne, daß der Haß und die Nattonal⸗Antipathie, welche zwi⸗ ſchen den zwei verſchweſterten Laͤndern nur geſteigert wurden,