Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 1. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Rachdem Baliol auf ſolche Art abgetreten war, glaubte ſich Bruce zu der Hoffnung berechtigt, wenigſtens als unter⸗ wuͤrfiger, oder als abhaͤngiger Koͤnig Schottlands Thron be⸗ ſteigen zu duͤrfen; aber Eduard gab ihm die harte Antwort: „Glaubſt Du ich habe nichts Beſſeres zu thun, als Koͤnig⸗ „reiche fuͤr Dich zu erobern?“ Durch dieſe Aeuſſerung gab der engliſche Koͤnig deutlich genug zu verſtehen, daß er die Abſicht habe Schottland fur ſich ſelbſt zu behalten; und ergriff ſofort auch ſolche Maßregekn, die ſeine Abſicht noch mehr ver⸗ riethen. 3

Eduard marſchierte an der Spitze einer maͤchtigen Armee durch ganz Schottland und zwang alle Hohen, ſich ihm zu un⸗ terwerfen. Er verlegte die Archive Schottlands nach London, und ließ mit großer Anſtrengung einen Stein von betraͤchtli⸗ cher Groͤße in die Abteikirche von Weſtminſter bringen, nem⸗ lich denſelben Stein, auf welchen herkoͤmmlicher Weiſe jedes⸗ mal der König von Schottland bei ſeiner Kroͤnung geſtellt wurde; es ſollte andeuten, daß er unumſchraͤnkter Herr von Schottland ſey, und daß das Land auch fuͤr die Zukunft kei⸗ nen andern Konig haben ſolle, als entweder ihn ſelbſt oder ſeine Abkoͤmmlinge, die Könige von England. Der Stein iſt noch aufbewahrt und heutigen Tages wird bei Kroͤnung eines Koͤnigs deſſen Thron darauf errichtet. Nach oberwaͤhntem Vorgang endlich uͤbertrug Ednard das Gonvernement uͤber Scholtland dem Grafen von Survy, einem biedern Edelmann; ferner wurden in Schottland angeſtellt: Hugo Creſüngham, ein Geiſtlicher, mit dem Titel eines Hauptſchatzmeiſters; Wilhelm Ormesby mit dem Rang eines oberſten Richters im Koͤnigreiche. Eduard legte in alle Feſtungen und feſten Pläͤtze Schortlands von einem Ende des Reiches zum andern ang⸗ iſche Truppen, und eben ſo, da er den Schotten nicht traute,