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95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 1. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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erlegt. Sie wurden daher raſend aufgebracht, beſonders welt ſie fanden, daß ſie dem engliſchen Schatzmeiſter weit bedeu⸗ tendere Summen bezahlen mußten, als je ihre eigenen guten Koͤnige von ihnen verlangt hatten.

Auſſer dieſen Erpreſſungen wurden die engliſchen Truv⸗ pen, wie ich ſchon erwaͤhnte, in die verſchiedenen feſten Plaͤtze Schettlands verlegt; dieſe Soldaten hielten ſich fuͤr die Her⸗ ren des Landes, behandelten die Schotten ſehr veraͤchtlich, nahmen mit Gewalt, was ihnen gerade gefiel, und wenn die Einwohner Widerſtand leiſten wollten, ſo mißhandelten ſie ſolche, ſchlugen ſie, verwundeten und toͤdteten ſogar einige derſelben. Dieſe Gewaltthaͤtigkeiten wurden den Soldaten, durch die engliſchen Officiere nicht einmal unterſagt, viel we⸗ niger wurden ſie hiefuͤr beſtraft. Die Noth in Schottland war daher groß; die Einwohner waren wuͤthend aufgebracht, und es fehlte ihnen nur an einem Fuͤhrer, um in Maſſe gegen die Englaͤnder aufzuſtehen, oder gegen die Suͤdmanner, wie ſie ſolche nannten, damit ſie die Freiheit ihres Landes wieder erlangen konnten, welche ihnen durch Eduard 1. ge⸗ nommen worden war.

Ein ſolcher Fuͤhrer fand ſich endlich in der Perſon des Wilhelm Wallace, deſſen Namen von da an in der ſchotti⸗ ſchen Geſchichte oft genannt wird. Es iſt Schade, daß wir die Geſchichte dieſes tapferen Mannes nicht genau wiſſen, aber zu der Zeit, in welcher er lebte, war ein Jeder in Schottland ſo eifrig, ſich zu vertheidigen, daß keiner das nie⸗ derſchrieb, was ſich zugetragen hat, und ſpaͤter als man Muße hiezu hatte wurden die Begebenheiten, die man ſammelte mit lauter Luͤgen vermiſcht. Das Wenige, was ich von ihm ſa⸗ gen werde, wird allgemein als wahr angenommen.

W. Scort's Werke. XCV.. 4