40 maͤnniſchen Linie war, welcher ſo hieß. Er war ein ſehr bra⸗ ver Mann und guter Soldat, zugleich aber auch weiſe, ge⸗ ſchickt und king, jedoch ungluͤcklicherweiſe ſehr ehrgeizig; be⸗ ſonders wuͤnſchte er ſein konigliches Anſehen zu vergroͤßern, ohne darauf zu achten, ob die Mittel, deren er ſich hiezu be⸗ diente, gerecht oder ungerecht ſeyen. Obgleich es große Suͤn⸗ de iſt, ſich nach dem geluſten zu laſſen, was einem nicht ge⸗ hoͤrt, und eine noch größere, durch ſchlechte Mittel nach ſol⸗ chem Beſitz zu trachten, ſo war doch Eduard's I. Verlangen, das Koͤnigreich Schottland mit dem von England zu vereini⸗ gen, ſo groß, daß er dieſer Verſuchung nicht widerſtehen zonnte.
Die Art, auf welche der engliſche Koͤnig anfaͤnglich ſei⸗ nen Wunſch ausfuͤhren wollte, war ſehr gerecht. Er ſchlug dem Maͤdchen von Norwegen, der nunmehrigen Koͤnigin von Schottland, vor, ſeinen alteſten Sohn, Eduard, zu heirathen. Zu dieſem Entzweck wurde ein Contract abgeſchloſſen, und waͤre die Heirath vollzogen und Kinder aus dieſer Ehe gezeugt worden, ſo wuͤrde die Vereinigung Englands und Schott⸗ lands dreihundert Jahre fruͤher zu Stande gekommen ſeyn, als ſie wirklich geſchah, und viel Geld und Blutvergießen „waͤren erſpart worden. Es war jedoch nicht der Wille des Himmels, daß dieſe wuͤnſchenswerthe Vereinigung fruͤher in Erfuͤllung gehen ſolle, als bis die beiden Voͤlker durch eine Reihe von Kriegs⸗ und Ungluͤcksjahren gebeugt ſeyn wuͤrden. Das junge Maͤdchen von Norwegen erkrankte und ſtarb; mit threm Leben endete natuͤrlich auch das mit der Heirath ver⸗ hunden geweſene Project.
Der Tod der jungen Prinzeſſin verſetzte die Bewohner Schottlands in große Bekuͤmmerniß und Verzweiſlung. Nicht fin einziger Abkoͤmmling von Alexander II. war in Schott⸗


