36. duͤrfe, ſie ſeven iu Beziehung auf das Königreich Shottland
zu irgend einer Art Huldigung verbunden. Dieſes war eine
von den Urſachen, welche Veranlaſſung zu den Kriegen zwi⸗
ſchen den beiden Laͤndern gab, wobei die Schotten ihre Na⸗
tionalunabhaͤngigkeit behaupteten, und, obgleich haͤufig geſchla⸗
gen, dennoch oft ſiegten, und daß ſie mehremal verſuchten,
ihr Gebiet auf Koſten ihrer Nachbarn zu vergroͤßern. Der
ſchottiſche Koͤnig Wilhelm, genaunt der Löwe, weil er dieſes
Thier auf ſeinem Wappenſchild fuͤhrte, wurde in der Schlacht bei Newcaſtle im Jahr 1174 gefangen genommen und vor ſei⸗
ner Freilaſſung genoͤthigt, ſeinem Anſpruch auf Unabhaͤngig⸗
keit zu eutſagen und die fuͤr Schottland verlangte Huldigung anzuerkennen. Richard I. von England jedoch gab 15 Jahre
ſpaͤter dieſe Anſpruͤche wieder zuruͤck, weil ſie von Wilhelm
waͤhrend deſſen Gefangenſchaft ungerechterweiſe erzwungen
worden ſeyen; er behielt ſich die Huldigung nur fuͤr diejeni⸗
gen Landestheile vor, welche der Koͤnig von Schottland auſ⸗
ſerhalb ſeiner Graͤnzen und zwar im Koͤnigreich England beſaß.—
Dieſes edelmuͤthige Betragen Richard's von England wurde durch den ſchoͤnſten Erfolg gekroͤnt; es machte all' den Streiten und Kriegen zwiſchen England und Schottland auf mehr als hundert Jahre ein Ende, waͤhrend welcher Zeit, mit Ausnahme einer oder zweier kurzer Unterbrechungen, die zwei Nationen in groͤßter Eintracht mit einander lebten. Dieſe Eintracht trug zum Gluͤck beider bei, und mag auch feiner Zeit auf ihre gaͤnzliche Vereinigung Einſlus gehabt ha⸗ den, wozu ſie ihrer natuͤrlichen Lage nach, da ſie ein und dieſe be Inſel bewohnten, beſtimmt geweſen zu ſeyn ſcheinen. In Abſicht auf Handel wurde auch die Gemeinſchaft haͤnfiger. Mehrere der engliſchen und ſchottiſchen Familien verheirathe⸗


