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95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 1. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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die Sachſen nur ſchlechte Haͤuſer von Holz erbaut hatten. Eben ſo machten die Normaͤnner den Gebrauch der langen Bogen ſo allgemein, daß am Ende die Englaͤnder den Ruf der beſten Bogenſchuͤtzen in der Welt erhielten, und durch ihre Ueberlegenheit in dieſer Kriegskunſt viele Schlachten ge⸗ wannen. Die Normaͤnner fuͤhrten auch eine gebildetere Le⸗ bensweiſe als die Sachſen, und beachteten unter einander die Regeln des Anſtands und der Sittlichkeit, welche den Gachſen ganz fremd waren. Die normänniſchen Baronen waren große Freunde der Nationalfreiheit, und wollten niche ugeben, daß ihre Koͤnige irgend etwas gegen ihre Privile⸗ gien unternehmen duͤrfen, ſondern widerſetzten ſich, ſobald ein König diejenige Macht, welche ihm durch Geſetze einge⸗ raͤumt war, uberſchreiten wollte. Durch die normanniſchen Fuͤrſten wurden an vielen Orten Schulen angelegt, und zum Lernen wurde man aufgemuntert; auch wurden an verſchie denen Stellen des Koͤnigreichs große Staͤdte gegruͤndet, wel⸗ che vom Koͤnig Gunſtbezengungen genoſſen, weil er, im Fall einer Entzweiung mit ſeinem Adel, ihren Beiſtand zu erhal⸗ ten wuͤnſchte. Demnach trug die normaͤnniſche Eroberung, obgleich zu der Zeit, in welcher ſie Kratt fand, ein ungluͤckti⸗ ches und trauriges Ereigniß, dazu bei, daß England ein wer⸗ ſer, eingerichteter, gebildeterer und maͤchtigerer Staat wurde als zuvor; und ſo, mein liebes Kind, wirſt Du viele Falle in der Geſchichte ſinden, in welchen es der Vorſehung gefal⸗ len hat, das, was uns kurzſichtigen Menſchen ein großes

Enheil zu ſern ſcheint, zu unſerer Wohlfahrt umzuſchaffen. Dieſes Kapitel mag wenig von der ſchottiſchen Geſchichte zu handeln ſcheinen, aber die normaͤnniſche Eroberung von England hatte auf die Nachbarſtaaten viel Einfluß. Haupt⸗

W. Scott's Werke. X0V. 3