hofften, daß ſie vom Koͤnig Wilhelm, nachbem ſie ihn in ſei⸗ ner vorhabenden Eroberung unterſtuͤtzt haben wuͤrden, gute engliſche Beſitzungen unter ſolchen Bedingungen, von welchen ſo eben die Rede war, erhalten wuͤrden.
Der Herzog der Normandie landete zu Suſſer im Jahre 1066 nach Chriſti Geburt. Er hatte zu Ausfuͤhrung ſeines kuͤhnen Unternehmens eine Armee von 60,000 Mann auser⸗ leſener Truppen. Harold, der Nachfolger Eduard des Be⸗ kenners auf dem Throne Englands, war gerade damit be⸗ ſchaͤftigt, einen durch die Norwegen auf England unternom⸗ menen Angriff abzuwehren, und nun wurde er aufgerufen, ſich gegen dieſen neuen und maͤchtigeren Einfall zu vertheidi⸗ gen. Die Armeen Englands und der Normandie lieferten bei Haſtings eine verzweiflungsvolle Schlacht, deren Ausgang lange zweifelhaft war. Die Normaͤnner waren weit im Vor⸗ theil, indem ſie ſtarke Compagnien von Bogenſchutzen hatten, welche ſich der langen Bogen bedienten und den Engländern viel Schoden zufuͤgten, waͤhrend dieſe ihnen nur wenige ent⸗ gegenſtellen konnten. Obgleich die Schlacht von Morgens 9 Uhr bis zu Einbruch der Nacht gedauert hatte, ſo blieb der Sieg immer noch zweifelhaft, bis ein Pfeil Koͤnig Harolds Haupt durchbohrte und ihn todt zu Boden ſtreckte. Die Englaͤnder raͤumten hierauf das Schlachtfeld, und Herzog Wilhelm benuͤtzte ſeinen Vortheil mit ſo viel Geſchicklichkeit und Gewandtheit, daß er ſich ſelbſt zum Herrn Englands aufwarf und dort unter dem Namen Wilhelm der Eroberer regierte. Er vertheilte einen großen Theil des reichen Eng⸗ lands unter ſein normaͤnniſches Gefolge fuͤr die geleiſteten Kriegsdienſte nach den Regeln des ſchon mehr erwaͤhnten Feudalſuſtems. Die Angelſachſen waren uͤber dieſe Begeben⸗ heit, wie man ſich leicht vorſtellen kann, ſehr aufgebracht,


