Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 1. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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24 Einige ſagen, Macbeth ſey auf dieſe kuͤhne Antwort ſo

von Zorn entbrannt geweſen, daß er mit ſeinen Soldaten ei⸗

nen Angriff auf das Schloß gemacht, es weggenommen und

die brave Lady, ſo wie alle die Perſonen, welche er im Schloß

angstroffen, umgebracht habe. Andere ſagen aber, und ich ſelbſt halte es fuͤr wahrſcheinlicher, daß der Koͤnig, nachdem

er ſah, daß das Schloß Kennoway ſehr feſt und Macduff ent⸗

flohen ſey, um ſich nach England einzuſchiffen, den Ruͤckweg

nach Dunſinane angetreten habe, ohne zu verſuchen, Macduffs

feſtes Schloß einnehmen zu wollen. Die Ruine des Schloſſes

Kennoway kann man noch ſehen.

Zu derſelben Zeit regierte in England ein ſehr guter Konig, Eduard der Bekenner genannt. Ich erwaͤhnte ſchon oben, daß Prinz Malcolm, der Sohn Duncans, ſich zu Eduard begeben und dieſen gebeten habe, ihm wieder auf den ſchottiſchen Thron zu verhelfen. Macduſſs Ankunft trug ſehr viel dazu bei, die Ausfuͤhrung dieſer Bitte zu beſchleunigen; denn der englaͤndiſche Koͤnig wußte, daß Macduff ein braver und verſtaͤndiger Mann ſey. Nachdem er Eduard verſichert, daß die Schotten der Regierung des grauſamen Macbeth uͤberdruͤßig ſeyen, und zugleich die Verſicherung gad, daß er den Prinzen Malcolm begleiten wolle, wenn er Luſt habe, an der Spitze einer Armee in Schottland einzudringen, ſo befahl der Koͤnig einem großen Kriegsmann, dem Siward Graf von Northumberland, mit einer Armee nach Schottland zu mar⸗ ſchieren und dem Prinz Malcolm zu ſeines Vaters Thron wieder zu verhelfen. Dann kam es ſo, wie Macduff voraus⸗ geſagt hatte; die ſchottiſchen Landvoͤgte und Adelichen wollten nicht fuͤr Macbeth ſtreiten, ſondern vereinigten ſich mit Macduff und dem Prinzen Malcolm gegen jenen; hierauf ſchloß ſich Macheth in ſeinem Schloſſe Dunſinane, woſelbſt er