18 ſcmierte ihre Geſſichter mit Blut, daß es ſcheinen ſolle⸗ ſie haͤtten den Mord begangen. Macbeth war uͤber ſeine That in Schrecken verſetzt; ſeine Frau ließ ihn nur die Haͤnde wa⸗ ſchen, und bat ihn dann, ſich ſchlafen zu legen.
Den andern Morzen ſehr fruͤhe hatte ſich der Hofſtaat des Königs, um ihn zu erwarten, in der großen Halle des Schloſſes verſammelt, und dort unterhielten ſie ſich uͤber den fuͤrchterlichen Sturm, welcher die Nacht vorher ſo gewuͤthet
hatte. Aber Marbeth konnte kaum verſtehen, was ſie ſpra⸗
chen, denn er dachte an etwas viel Schlimmeres und Graͤß⸗ licheres, als der Sturm geweſen, und war begierig darauf, was jene wohl ſagen werden, wenn ſie die Mordthat erfah⸗ ren. Sie warteten einige Zeit, nachdem ſie aber fanden, daß der Koͤnig ſein Zimmer nicht verlaſſe, ging einer von der Umgebung des Koͤnigs zu ihm, um zu ſehen, ob er wohl ſey oder nicht. Als er in das Zimmer trat, fand er den armen Konig Duncan todt, ſteif, kalt und blutig da liegen, und die beiden Schildwachen mit ihren von Blut gefaͤrbten Dolchen feſt ſchlafend. So bald die ſchottiſchen Edelleute ſich ebenfalls hievon uͤberzeugten, waren ſie in Staunen verſetzt, gber auch zugleich von Wuth entbrannt, und Macbeth ſtellte ſich, als waͤre er wuͤthender als alle andere, zog ſein Schwert, und durchbohrte, ehe irgend einer ihm zuvorkommen konnte, ie zwei Waͤchter des Koͤnigs, welche in deſſen Schlafzimmer ſchliefen, indem er behauptete, daß ſie es ſeyen, welche den Koͤnig Duncan ermordet haben. Nachdem Malrolm und Donaldhane, die zwei Soͤhne des guten Koͤnigs, erfuhren, daß ihr Vater auf eine ſo auf⸗ fallende Weiſe in Macbeth's Schloß ermordet wurde, befuͤrch⸗
teten ſie, es moͤchte ihnen ein aͤhnliches begegnen, und flohen
aus Schottland, denn unerachtet Macbeth alle moͤgliche Ent⸗


