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gegen ſeinen Ver wandten durchaus keinen Argwohn ſchoͤytte, nahm die Einladung ſehr gerne an. Macbeth und ſeine Frau empfingen den Koͤnig ſammt ſeinem Gefolge mit anſcheinend großer Freude, und gaben ein ſchoͤnes Feſt, wie dieß gewoͤhn⸗ lich geſchieht, wenn ein Koͤnig ſeinen Unterthanen beuucht. Ungefähr um Mitternacht wünſchte der Koͤnig ſich in das ihm zugedachte Zimmer zuruͤckzuziehen; hierauf begleitete ihn Mac⸗ beth in ein ſehr ſchoͤnes Gemach, das zur Aufnahme des Kö⸗ nigs hergerichtet worden war. In den damaligen barbari⸗ ſchen Zeiten war es uͤblich, daß in demſelben Zimmer, in welchem der Koͤnig ſchlief, auch zwei bewaffnete Maͤnner ſchlie⸗ fen, um ſeine Perſon zu vertheidigen, im Fall er des Nachts durch irgend jemand angegriffen werden ſollte. Mit dieſem wohlbekannt, hatte die niedertraͤchtige Frau des Macbeth's die zwei Waͤchter durch Wein, den ſie noch mit andern gei⸗ ſtigen Getraͤnken miſchte, ſo betrunken gemacht, daß beide, als ſie in des Koͤnigs Gemach gingen, hinfielen und ſo feſt ſchliefen, daß nichts ſie zu erwecken im Stande war. Dann kam der grauſame Macbetb in des Koͤnigs Dun⸗ ran's Schlafzimmer, ungefaͤhr um zwei Uhr des Morgens. Es war eine fürchterlich ſtuͤrmiſche Nacht; doch konnte der Laͤrmen, den der Wind verurſachte, und der heftige Donner den Köͤnig nicht erwecken, da er ſehr alt und an dieſem Tage beſonders ermuͤdet war; eben ſo wenig erwachten die zwei Schildwachen. Sie ſchliefen alle feſt. Da kam Macbeth in das Zimmer und trat ganz leiſe auf; er nahm die zwei Dol⸗ che, welche die Schildwachen trugen, ab, und ſtieß ſie dem armen alten Koͤnig Dunran ſo tief ins Herz, daß dieſer kei⸗ nen Laut mehr von ſich gab. Dann gab Marbeth die bluti⸗ gen Dolche den Schildwachen wieder in die Hand und be⸗ W. Scott's Werke. X0CV. 2


