die rechten Titel gegeben zu haben. Ich erkuͤhne mich aber zu behaupten, daß ſie, um den Tod von Macbeth's Vater wußten, ſo wie auch, daß das Gouvernement von Cawdor fuͤr Macbeth beſtimmt war, wovon er uͤbrigens noch nichts ge⸗⸗ hoͤrt hatte.
Nachdem nun Macbeth ſah, daß ein Theil ihrer Prophe⸗ zeihungen wahr wurde, dachte er daruber nach, wie er es angreifen ſollte, um Koͤnig zu werden. Seine Frau war ein ehrgeiziges gottioſes Weib; ſo bald ſie merkte, daß ihr Mann darauf ſinne, ſich ſelbſt zum Konig von Schottland empor zu
ſchwingen, munterte ſie ihn durch alles, was in ihren Kraͤf⸗ ten ſtund hiezu auf, und ſuchte ihn zu uͤberzeugen, daß der Weg zur Krone nur uber Koͤnig Duncans Leiche gehe. Mac⸗ heth verabſcheute ein ſo großes Verbrechen zu begehen; denn er wußte, was faͤr ein guter Koͤnig Duncan geweſen, er er⸗ innerte ſich, daß er verwandt mit ihm und immer mit Liebe behandelt worden ſey, daß ihm der Koͤnig das Commando der Armee anvertraut und nachher das Gouvernement von Camdor uͤbertragen habe. Doch ſein Weib fuhr fort ihn zu uͤberreden, wie es thoͤricht und zaghaft waͤre, wenn er nicht die erſte beſte Gelegenheit ergreifen wuͤrde, ſich ſelbſt zum Koͤnig zu machen, und wenn er durch eigene Schuld, das von den Hexen ihm verheißene Gluͤck von ſich ſtoßen wurde. Endlich vermochten der gottloſe Rath ſeiner Frau und die Prophezeihung jener alten boͤſen Weiber Macbeth dahin zu bringen, daß er auf Ermordung ſeines Köͤnigs und Freun⸗ des ſann. Die Art, auf welche er das Verbrechen ausfuͤhr⸗ te, machte es noch ſcheußlicher. . Macbeth Iud Duncan ein, ihn in einem großen Schloſſe, nahe bei Inyerneß zu beſuchen, und der gute Konig, welcher gegen


